Polen stellt den Schutz seiner Ostgrenze militärisch neu auf und vervierfacht zugleich das geplante Budget für das Programm Tarcza Wschód, den sogenannten Schutzstschild Ost. Innerhalb der Territorialverteidigungskräfte entsteht eine neue Grenzverteidigungskomponente, die vier bereits bestehende Brigaden in Grenzregionen zusammenführt. Statt bisher 10 Milliarden Złoty sollen für den Ostschild nun 40 Milliarden Złoty bereitgestellt werden.
Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz übergab am Mittwoch die Ernennungen an die Kommandeure der neuen Grenzverteidigungsbrigaden. Brigadegeneral Mieczysław Gurgielewicz übernimmt die 1. Podlachische Grenzverteidigungsbrigade, Oberst Cezary Kiszkowiak die 4. Ermland-Masurische, Oberst Robert Kasperczuk die 19. Nadbużańska- und Oberst Daniel Błotko die 20. Przemyśl-Grenzverteidigungsbrigade. Die Einheiten gehen aus bisherigen Brigaden der Territorialverteidigung hervor und sollen innerhalb der WOT die neue Komponente bilden.
„Die Komponente übernimmt die Verantwortung für weitere übergebene Abschnitte des Ostschilds“, sagte Kosiniak-Kamysz. Zu den Aufgaben zählten der Schutz der Grenze, die Zusammenarbeit mit dem Grenzschutz, die Verwaltung von Infrastruktur, Befestigungen und Lagern sowie die Kooperation mit Kommunen und der Zivilbevölkerung. „Eine große Mission wird der Schutz der Grenze sein, die Zusammenarbeit mit dem Grenzschutz, die Verwaltung von Infrastruktur, Befestigungen, Lagern, aber auch die Zusammenarbeit mit der Zivilbevölkerung und den Selbstverwaltungen“, sagte der Minister.
Die Entscheidungen sollen am 20. Juli in Kraft treten, der Umbau soll bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Der Name der neuen Struktur knüpft an das Grenzschutzkorps KOP der Zweiten Polnischen Republik in der Zwischenkriegszeit an. „In der Tradition setzen wir das Gute fort“, sagte Kosiniak-Kamysz.
Schwerpunkt: Sicherung des Grenzraums
Ein zentrales Aufgabenfeld der neuen Brigaden wird der Betrieb und die Sicherung von Elementen des Programms Tarcza Wschód sein. Bis Ende dieses Jahres will das Verteidigungsministerium rund 250 Kilometer der östlichen und nördlichen Grenze absichern. Vorgesehen sind Betonbefestigungen, elektronische Überwachungssysteme und Lager für Pionierausrüstung. Das größte dieser Lager soll 20 Hektar umfassen. Zusätzlich sollen in jedem Kreis an den Grenzen zu Russland, Belarus und der Ukraine Depots mit Ausrüstung entstehen, um den Grenzraum rasch sichern und die Bevölkerung schützen zu können.
Ein Teil der zusätzlichen Mittel soll aus SAFE kommen, einem EU-Darlehensmechanismus zur Finanzierung sicherheits- und verteidigungsbezogener Vorhaben. Nach Angaben des Ministeriums sollen mehr als 20 Projekte aus diesem Programm die Ostgrenze Polens stärken, unter anderem durch Anti-Drohnen-Systeme und Beobachtungstechnik. Warschau begründet den Ausbau mit der anhaltenden Bedrohung durch Russland und Belarus.
IAR/PAP/adn