An einem der größten Eisenbahnknotenpunkte Polens ist es zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen. In der Nacht vom 2. auf den 3. September 2025 wurde ein 20 Tonnen schwerer Kohlewaggon von einem Zug getrennt und auf den Gleisen in Katowice zurückgelassen. Der Lokführer hat das Fehlen des Waggons erst im Endbahnhof bemerkt – das Zugschluss-Signal war zuvor auf den vorletzten Wagen verlegt worden.
Der Vorfall hat den Bahnverkehr für mehrere Stunden lahmgelegt. Vier Personenzüge hatten über eine Stunde Verspätung, drei Verbindungen der Schlesischen Eisenbahn wurden umgeleitet. Der reguläre Betrieb konnte erst am späten Vormittag wieder aufgenommen werden.
Gezieltes Handeln
Experten sind sich einig: Das Abkoppeln des Waggons und die Manipulation der Zugschluss-Signale waren das Ergebnis eines gezielten menschlichen Eingriffs. Der abgestellte Waggon trug weder Reflektoren noch Warnkennzeichnungen und war für Lokführer anderer Züge praktisch unsichtbar. Wäre er nicht rechtzeitig entdeckt worden, hätte es zu einem schweren Zugunglück mit einem Personen- oder Güterzug kommen können.
Alles deutee auf eine gezielte Aktion hin – mit dem Ziel, Chaos zu stiften oder sogar eine Katastrophe herbeizuführen. Bahnmitarbeiter und Sicherheitsexperten schließen Sabotage nicht aus – insbesondere im Kontext der angespannten geopolitischen Lage und früherer Sabotageakte auf Bahnstrecken in anderen Teilen Europas.
Der Zug, von dem der Waggon abgekoppelt wurde, gehörte dem Unternehmen Kolprem, das Dienstleistungen für den Konzern ArcelorMittal Poland leistet. Der Vorfall wird von einer Eisenbahnkommission und der Staatsanwaltschaft untersucht. Bis zum Abschluss der Ermittlungen werden keine weiteren Einzelheiten mitgeteilt. Vertreter der Transportfirma versichern, eng mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten.
RMF24/ps