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Nach tödlichem Unfall: Lokführerprotest bremst Hunderte Züge in Polen aus

11.09.2026 12:22
Nach einem tödlichen Bahnübergangsunfall haben Lokführer in Polen mit langsamer Fahrt an Übergängen protestiert. Am Freitagmorgen waren mehr als 220 Verbindungen verspätet, einzelne Züge um fast drei Stunden.
Sokolniki Suche (pow. przysuski, gm. Wieniawa), 09.09.2026. Miejsce wykolejenia pociągu PKP Intercity relacji Lublin-Szczecin w miejscowości Sokolniki Suche, 9 bm. Wg informacji przewoźnika pociąg nr 28201 Koziołek, zestawiony z lokomotywy EP09 i sześciu wagonów, uderzył w samochód ciężarowy znajdujący się na przejeździe kolejowym. W wyniku zdar
Sokolniki Suche (pow. przysuski, gm. Wieniawa), 09.09.2026. Miejsce wykolejenia pociągu PKP Intercity relacji Lublin-Szczecin w miejscowości Sokolniki Suche, 9 bm. Wg informacji przewoźnika pociąg nr 2820/1 „Koziołek”, zestawiony z lokomotywy EP09 i sześciu wagonów, uderzył w samochód ciężarowy znajdujący się na przejeździe kolejowym. W wyniku zdarPAP/Leszek Szymański

Warschau – Wegen eines Protests polnischer Lokführer waren am Freitagmorgen landesweit mehr als 220 Zugverbindungen verspätet. Das Fahrgastportal portalpasazera.pl registrierte gegen 7.10 Uhr Verzögerungen bei allen Betreibern. Einzelne Intercity-Züge verspäteten sich um fast drei Stunden, darunter Verbindungen von Gdynia nach Prag, von Zakopane nach Świnoujście und von Poznań nach Ustka. PKP Intercity meldete zu diesem Zeitpunkt 47 verspätete Fernzüge.

Die Lokführer passierten Bahnübergänge mit höchstens 20 Kilometern pro Stunde. Die Aktion begann um Mitternacht und war bis 12 Uhr geplant. Ursprünglich sollte der Protest 24 Stunden dauern. Besonders betroffen war der Fernverkehr, doch auch Regionalzüge verspäteten sich vielerorts um rund 30 Minuten.

Auslöser war der tödliche Unfall an einem Bahnübergang in Sokolniki Suche bei Przysucha. Dort war am Mittwoch ein Lastwagen mit einem Intercity-Zug von Lublin nach Szczecin zusammengestoßen. Eine 39-jährige Passagierin kam ums Leben, rund 20 Menschen wurden verletzt, mehrere von ihnen schwer. Die Ermittler gehen vorläufig davon aus, dass der Lastwagenfahrer trotz eines roten Lichtsignals auf die Gleise fuhr. Die Lokomotive und die ersten beiden Wagen entgleisten. Im Zug waren mindestens 114 Menschen, darunter drei Besatzungsmitglieder.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Herbeiführung einer Katastrophe im Landverkehr. Im Fall einer Verurteilung droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu acht Jahren. Vorwürfe gegen eine bestimmte Person wurden zunächst nicht erhoben.

Der Lokführerverband ZZM verkürzte den Protest nach Zusagen von Infrastrukturminister Dariusz Klimczak zu Gesetzesänderungen und technischen Lösungen für mehr Sicherheit auf der Bahn. Die Ankündigungen seien ein erster Schritt zur Lösung systemischer Probleme, erklärte der Verband. Die Verkürzung auf zwölf Stunden sei zudem eine „Geste des guten Willens“ gegenüber den Reisenden.

Die Bahnunternehmen erkannten am Freitag gegenseitig ihre Tickets an; ausgenommen waren EIP-Züge, die sogenannten Pendolinos. Wenn eine Weiterfahrt per Bahn nicht möglich war, sollten Ersatzbusse eingesetzt werden. Reisende, die auf ihre Fahrt verzichteten, konnten ihre Tickets bei PKP Intercity ohne zusätzliche Gebühren zurückgeben.

Auch in Schlesien kam es zu Einschränkungen. Koleje Śląskie teilte mit, etwa 30 Prozent der vor 6 Uhr gestarteten Züge hätten an Bahnübergängen auf 20 Kilometer pro Stunde verlangsamt. Ein Teil der Lokführer unterstützte die Aktion nur mit dem Warnsignal „Achtung“. Der Betreiber warnte, größere Verspätungen könnten dort bis zum Abend anhalten.

IAR/PAP/adn

Zugunglück. Tusk kündigt drastische Änderungen der Vorschriften an

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Zugunglück in Sokolniki Suche: Ermittler sichern Fahrtenschreiber

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