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Sikorski fordert mehr Tempo bei europäischer Rüstungsproduktion

18.09.2026 09:44
Polens Regierung fordert angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland ein schnelleres Tempo bei europäischer Rüstungsproduktion. „Wir müssen das Tempo erhöhen, insbesondere bei Technologien, die sich auf dem modernen Schlachtfeld als nützlich erweisen“, sagte Außenminister Radosław Sikorski dem Polnischen Rundfunk. Er nannte unter anderem Künstliche Intelligenz, weitreichende Waffensysteme sowie Drohnen und Systeme zur Drohnenabwehr.
Auenminister Radosław Sikorski
Außenminister Radosław SikorskiPolskie Radio/PR3

Die Europäische Union verfüge zwar über eine große Wirtschaft, sei aber in den ersten beiden Jahren des russischen Krieges nicht ausreichend für die militärische Produktion mobilisiert worden, sagte Sikorski.

Er bezog sich auf Vorschläge von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für eine neue europäische Sicherheitsstrategie. Sie hatte unter anderem einen Europäischen Sicherheitsrat mit EU-Staaten und Partnern wie Großbritannien, Kanada, Norwegen und der Ukraine vorgeschlagen. Außerdem soll ein Sicherheitsmechanismus nach dem Vorbild von Artikel 4 des Nato-Vertrags entstehen, der bei Bedrohungen Konsultationen ermöglichen würde.

Nach Ansicht Sikorskis ist die Organisation solcher Konsultationen bereits möglich. Die größere Herausforderung sei die militärische Produktion. Großbritannien, Kanada und Norwegen teilten zudem die polnische Einschätzung der Sicherheitsbedrohung, sagte der Außenminister.

Von der Leyen hatte zudem eine engere Zusammenarbeit mit Kanada vorgeschlagen. US-Präsident Donald Trump drohte daraufhin laut AP mit „sehr hohen Zöllen“ gegen die EU, sollte er die geplante Partnerschaft als feindseligen Schritt betrachten. Sikorski forderte den polnischen Präsidenten Karol Nawrocki auf, Trump stattdessen zu Zöllen und Sanktionen gegen Russland zu bewegen.

IAR/jc

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