Die Ausstellung zeigt Selbstporträts, Porträts von Frauen, Männern und Kindern sowie Alltagsszenen und Landschaften. Zu sehen sind unter anderem frühe Selbstbildnisse, aber auch spätere Werke, in denen sich persönliche Schicksalsschläge widerspiegeln. Nach dem Tod ihres Sohnes Raymond entstanden Bilder, die von Trauer und Schmerz geprägt sind.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Muters Darstellungen von Müttern und Kindern. Die von ihr porträtierten Mütter sind häufig arm, barfuß und einfach gekleidet. Die Bilder zeigen zugleich eine enge Verbindung zwischen Mutter und Kind sowie die Anstrengung, Stärke und Schönheit der Mutterschaft. Kinder erscheinen bei Muter dagegen häufig ernst, nachdenklich und zurückgezogen.
Mela Muter, „Selbstporträt“, um 1920, Universitätsmuseum Toruń.
Auch Landschaften nehmen einen wichtigen Platz in ihrem Werk ein. Muter lebte seit ihrer Übersiedlung aus Warschau nach Paris im Jahr 1901 in ständiger Bewegung und malte unter anderem in Frankreich und Spanien. Die Landschaften spiegeln dabei auch die unterschiedlichen Regionen wider: Während die Bretagne eher zurückhaltend dargestellt wird, sind die spanischen Bilder von intensiveren Farben und südlichem Licht geprägt. Die Landschaften aus Avignon gelten als besonders expressiv.
Mela Muter, eigentlich Maria Melania Muter, wurde 1876 in Warschau als Tochter des jüdischen Kaufmanns Fabian Klingsland geboren. 1901 zog sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn nach Paris. Dort wurde sie Teil des internationalen Künstlerkreises der École de Paris und pflegte zugleich eine enge Verbindung zur polnischen Kultur.
Mela Muter, „Selbstporträt im Mondlicht“, um 1899–1900, Foto: P. Jamski, Sammlung Bolesław und Lina Nawrocki.
Muter war mit dem polnischen Dichter Leopold Staff verbunden und später Partnerin des französischen sozialistischen Aktivisten Raymond Lefebvre. Sie stand zudem in Freundschaft und Briefkontakt mit Rainer Maria Rilke. Vor dem Zweiten Weltkrieg war ihre Kunst in Europa bereits bekannt. Nach dem Krieg lebte sie jedoch unter sehr bescheidenen Bedingungen und geriet zunehmend in Vergessenheit.
Mela Muter, „Collioure“, um 1925, Sammlung Marek Roefler / Villa la Fleur, Konstancin-Jeziorna.
Die Ausstellung „Mela Muter. Współ-odczuwanie świata“ ist in der Villa la Fleur in Konstancin-Jeziorna noch bis zum 28. Februar 2027 zu sehen. Geöffnet ist sie donnerstags, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr.
IAR/jc