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Tucker Carlson sorgt mit Aussagen über deutschen Angriff auf Polen für Kritik

05.10.2026 12:36
Der US-Publizist Tucker Carlson hat in einer Diskussion über den Beginn des Zweiten Weltkriegs die deutsche Invasion Polens 1939 thematisiert. Die Vorstellung, Adolf Hitler sei „ohne jeden Grund“ in Polen einmarschiert, bezeichnete Carlson in einem Gespräch mit dem früheren britischen Politiker Jacob Rees-Mogg als falsch.
Tucker Carlson
Tucker CarlsonWikimedia Commons/Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America - Tucker Carlson/CC BY-SA 2.0

Carlson argumentierte, dem deutschen Angriff seien territoriale und politische Konflikte vorausgegangen. Er verwies unter anderem auf die Folgen des Ersten Weltkriegs und die Bestimmungen des Versailler Vertrags. Deutschland hatte nach dem Krieg Gebiete verloren, während Teile des früheren deutschen Territoriums an Polen fielen. Carlson stellte diese Vorgeschichte als einen wichtigen Faktor für die späteren Spannungen zwischen Deutschland und Polen dar.

Dabei sagte Carlson ausdrücklich, er verteidige Adolf Hitler nicht. Seine Argumentation lief jedoch darauf hinaus, dass der deutsche Angriff auf Polen nicht isoliert betrachtet werden könne, sondern einen politischen und territorialen Hintergrund gehabt habe.

Angriff auf Polen als Auslöser des Zweiten Weltkriegs

Der deutsche Überfall auf Polen begann am 1. September 1939. Zwei Tage später, am 3. September, erklärten Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg. Damit weitete sich der Konflikt auf die europäischen Großmächte aus.

Rees-Mogg verwies auf die britischen Verpflichtungen gegenüber Polen. London hatte Warschau wenige Monate zuvor eine Garantie für die polnische Unabhängigkeit gegeben. Nach dem deutschen Angriff forderte die britische Regierung den Abzug der deutschen Truppen aus Polen und erklärte anschließend Deutschland den Krieg.

Carlson stellte dagegen die Frage, warum Großbritannien überhaupt in den Krieg eingetreten sei. Großbritannien habe für den Krieg einen hohen Preis bezahlt und dadurch unter anderem sein Empire und einen Teil seiner politischen und wirtschaftlichen Stärke verloren.

Rees-Mogg widersprach und bezeichnete den Zweiten Weltkrieg als einen grundlegenden Konflikt zwischen den Alliierten und dem nationalsozialistischen Deutschland. Als er argumentierte, ohne den Sieg über Hitler könnten die Briten heute möglicherweise Deutsch sprechen, reagierte Carlson mit der Frage: „Wen interessiert das?“ Rees-Mogg warf Carlson daraufhin vor, mit seiner Argumentation an eine Verteidigung Hitlers heranzureichen.

Kontroverse auch in den USA

Carlsons Aussagen stießen auch in den USA auf Kritik. Der republikanische Senator Ted Cruz betonte, dass Großbritannien, die USA und die Welt heute in einer besseren Situation seien, weil Nazi-Deutschland besiegt worden sei.

Carlson hatte bereits zuvor mit Äußerungen zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs für Kontroversen gesorgt. 2024 interviewte er beispielsweise den US-Podcaster Darryl Cooper, der Winston Churchill eine wesentliche Mitverantwortung für die Eskalation des Krieges zuschrieb.


msn/jc

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