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„Arbeit auf höchsten Touren“: Ex-Offizier über russische Dienste in Polen

08.10.2026 12:00
Der frühere Geheimdienstoffizier Vincent V. Severski sieht historische Konflikte und antukrainische Stimmungsmache als mögliche Ansatzpunkte russischer Einflussoperationen.
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Пасольства Расіі ў Польшчы. Irina Borsuchenko/Shutterstock

Russische Nachrichtendienste arbeiteten in Polen derzeit „auf höchsten Touren“, sagte der frühere polnische Geheimdienstoffizier Vincent V. Severski in einem Interview. Russland habe aus seiner Sicht sämtliche verfügbaren Ressourcen mobilisiert und kombiniere menschliche Quellen, technische Aufklärung, Desinformation und Einflussoperationen.

Severski zufolge passt Moskau seine Methoden jeweils an das Zielland an. In Polen gehe es dem Kreml demnach weniger darum, Zustimmung für Russland zu gewinnen. Ziel sei vielmehr, Spannungen gegenüber der Ukraine, Deutschland oder den Institutionen der Europäischen Union zu verstärken.

Als besonders anfällig bezeichnete Severski historische Konflikte zwischen Polen und Ukrainern. Die Debatte über Wolhynien etwa werde gezielt für antukrainische Kampagnen instrumentalisiert. Bei diesem Thema sei besondere Vorsicht geboten, weil es wiederholt Gegenstand russischer Desinformation ist. Polnische und ukrainische Perspektiven müssten dabei gleichermaßen berücksichtigt werden.

Russische Dienste, so der Experte, interessierten sich wegen der strategischen Lage Polens seit Langem für politische Milieus an der Weichsel. Festnahmen mutmaßlicher Spione beträfen nach Severskis Einschätzung häufig weniger professionelle Helfer. Deren Enttarnung könne Russland einkalkulieren, während erfahrenere Akteure verdeckt arbeiteten. 

PAP/adn

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