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Selenskyj stellt Umsetzung von UPA-Gedenkjahr infrage

21.10.2026 11:09
Polen hat nach Angaben des stellvertretenden Außenministers Marcin Bosacki die Zusicherung erhalten, dass eine umstrittene Entscheidung über ein Gedenkjahr für die Ukrainische Aufständische Armee (UPA) und deren Kommandeur Roman Schuchewytsch nicht umgesetzt werden soll. Die Zusage sei von engen Mitarbeitern des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gekommen, sagte Bosacki am Mittwoch dem Fernsehsender TVN24.
Denkmal fr die Opfer des Verbrechens von Wolhynien, Warschau
Denkmal für die Opfer des Verbrechens von Wolhynien, WarschauPAP/Tomasz Gzell

Der Regionalrat der westukrainischen Region Lwiw hatte am Dienstag beschlossen, das Jahr 2027 der UPA, Schuchewytsch sowie dem Nationalisten und Schriftsteller Oleh Olzhytsch zu widmen. Der Beschluss löste in Polen scharfe Kritik aus. Unter anderem das Institut für Nationales Gedenken und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz bezeichneten die Entscheidung als inakzeptabel.

Bosacki sprach von einer „sehr schlechten, geradezu provokativen Entscheidung“. Er verwies darauf, dass die entsprechende Mitteilung am späten Dienstagabend von der Website des Regionalrats verschwunden sei. Warschau nehme die Zusicherung aus dem Umfeld Selenskyjs ernst und erwarte, dass der Beschluss nicht in Kraft trete.

Umstrittenes historisches Erbe

Die UPA und Schuchewytsch sind zentrale Streitpunkte in den polnisch-ukrainischen Beziehungen. Polnische Historiker schreiben UPA-Einheiten koordinierte Angriffe auf polnische Ortschaften in Wolhynien im Juli 1943 zu, bei denen zahlreiche Zivilisten getötet wurden. Polen stuft die Verbrechen an der polnischen Bevölkerung als Völkermord ein.

In der Ukraine werden die UPA und die mit ihr verbundene Organisation Ukrainischer Nationalisten dagegen von Teilen der Gesellschaft als Symbole des Kampfes um die Unabhängigkeit und des Widerstands gegen die Sowjetunion betrachtet. Die unterschiedliche Bewertung der Vergangenheit belastet die Beziehungen zwischen Warschau und Kiew seit Jahren.


IAR/jc

 

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