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Erste Opfer des Wolhynien-Massakers identifiziert

10.07.2026 14:30
Acht Opfer des von der UPA verübten Wolhynien-Massakers sind identifiziert worden. Das Institut für Nationales Gedenken kündigt weitere Exhumierungen der Opfer des Völkermords in Wolhynien an. Dies sei kein Erfolg, sondern die Wiederherstellung historischer Gerechtigkeit und Versprechen gegenueber den Familien der Opfer, teilte die Kulturministerin mit.
Dank der Bemhungen der Stiftung Freiheit und Demokratie sowie des Ministeriums fr Kultur und Nationales Erbe konnten bislang die sterblichen berreste von mehr als 40 Opfern gefunden und exhumiert werden.
Dank der Bemühungen der Stiftung Freiheit und Demokratie sowie des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe konnten bislang die sterblichen Überreste von mehr als 40 Opfern gefunden und exhumiert werden.Poszukiwania IPN/Twitter

Wie der Polnische Rundfunk erfahren hat, sei dies der erste Fall, in dem die Identität von Opfern ukrainischer Nationalisten festgestellt werden konnte. Es handle sich um Polen – Erwachsene und Kinder –, die im Februar 1945 im Dorf Puźniki im Gebiet Ternopil von einer Einheit der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) ermordet worden waren. Insgesamt kamen damals rund 80 Menschen ums Leben. Dank der Bemühungen der Stiftung Freiheit und Demokratie sowie des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe konnten bislang die sterblichen Überreste von mehr als 40 Opfern gefunden und exhumiert werden.

Die polnische Kulturministerin Marta Cienkowska betonte im Gespräch mit dem Polnischen Rundfunk die besondere Bedeutung der Identifizierung der ermordeten Polen. „Ich bin sehr stolz, dass uns dies erstmals in der Geschichte gelungen ist“, sagte sie. Die Identifizierung war durch genetische Untersuchungen möglich. Dabei wurde die DNA der exhumierten sterblichen Überreste mit Proben von Angehörigen der Opfer abgeglichen. Die Ministerin bezeichnete dies nicht als Erfolg, sondern als Wiederherstellung historischer Gerechtigkeit und als Erfüllung einer Verpflichtung gegenüber den Familien, die mehr als 80 Jahre auf die Möglichkeit gewartet hatten, ihrer Angehörigen in würdiger Weise zu gedenken.

Nach den Worten von Marta Cienkowska sind die acht identifizierten Opfer erst der Beginn des Identifizierungsprozesses. Die Identifizierung belege zudem eindeutig, dass die gefundenen sterblichen Überreste zu den von der UPA ermordeten Polen gehören. Das Institut für Nationales Gedenken (IPN) hat angekündigt, die Such- und Exhumierungsarbeiten nach Opfern des Völkermords in Wolhynien fortzusetzen, damit alle Opfer in geweihter Erde bestattet werden und ein eigenes Grab erhalten können.

Die Identifizierungsunterlagen werden den Angehörigen der acht identifizierten Opfer am Montag, dem 13. Juli, bei einer Gedenkstunde im Ministerium für Kultur und Nationales Erbe übergeben. Voraussichtlich Ende August beginnt die nächste Etappe der Suche nach einer zweiten Massengrabstätte in Puźniki.

Am Freitag, dem 11. Juli, wird in Polen der Nationale Gedenktag für die polnischen Opfer des Völkermords begangen. Er erinnert an den Jahrestag des sogenannten Blutsonntags in Wolhynien. Am 11. Juli 1943 hatten Einheiten der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) polnische Dörfer und Siedlungen angegriffen. Die meisten Bewohner wurden ermordet, die Ortschaften geplündert und niedergebrannt. Schätzungen zufolge kamen allein an diesem Tag rund 8.000 Polen ums Leben, überwiegend Frauen, Kinder und ältere Menschen.

Der 11. Juli erinnert in Polen an den Höhepunkt der Wolhynien-Massaker. Nach Angaben polnischer Historiker griffen ukrainische nationalistische Einheiten am 11. Juli 1943 polnische Einwohner von etwa 150 Ortschaften in Wolhynien an. In den Jahren 1943 bis 1945 wurden auf Wolhynien und in Ostgalizien mehr als 100.000 Polen getötet. Als erster Massenmord gilt der Angriff vom 9. Februar 1943 auf das Dorf Parośla.

PR/IPN/ps

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