Das Bündnis „Vereintes Serbien“ des früheren Präsidenten Aleksandar Vučić erreichte demnach 38,8 Prozent und 103 Sitze. Vučić, der als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten angetreten war, räumte die Niederlage am Sonntag ein. In Belgrad versammelten sich tausende Menschen, um den Wahlausgang zu feiern.
Die Studentenbewegung war aus fast zwei Jahren Protesten hervorgegangen. Auslöser war der Einsturz eines Vordachs am Bahnhof von Novi Sad, bei dem 16 Menschen ums Leben kamen. Die Bewegung kündigte an, Korruption zu bekämpfen, die Unabhängigkeit der Justiz zu stärken und öffentliche Ausgaben transparenter zu machen. Zudem will sie das Bildungs- und Gesundheitswesen reformieren und die Lebenshaltungskosten senken.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa gratulierten den Wahlsiegern. Die EU sei bereit, Reformen bei Rechtsstaatlichkeit, Medienfreiheit und Korruptionsbekämpfung zu unterstützen.
Ein grundlegender außenpolitischer Kurswechsel ist allerdings nicht zu erwarten. Die Bewegung lehnt sowohl die Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo als auch Sanktionen gegen Russland ab. Zudem ist sie in der Frage einer engeren Annäherung an die EU gespalten.
IAR/jc