Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verlangen eine europäische Beteiligung an Verhandlungen über ein Ende des russischen Angriffskriegs. Nach ihrem Treffen in Berlin verbanden sie diese Forderung mit einer weiteren deutschen Winterhilfe für die Ukraine.
Merz kündigte konkrete Unterstützung für Luftverteidigung und Energieversorgung an. Deutschland werde noch in diesem Jahr liefern, was die Ukraine für die kalte Jahreszeit benötige, sagte der Kanzler. Die Hilfe solle besonders dazu beitragen, die Energieversorgung zu sichern.
Selenskyj erklärte, ein stabiler Frieden sei ohne Europa am Verhandlungstisch nicht erreichbar. „Ohne Europa kann die Zukunft unseres Landes nicht entschieden werden“, sagte er. Die für kommende Woche angekündigten Gespräche der USA, Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi seien aus seiner Sicht kein Ersatz für eine europäische Beteiligung.
Merz verwies auch auf die bevorstehenden Militärübungen in Polen, die Europa auf mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einer Friedensregelung vorbereiten sollen. In zwei Wochen soll sich außerdem die Koalition der Ukraine-Unterstützer in Berlin treffen, um weitere Hilfen, Sicherheitszusagen und diplomatische Schritte zu koordinieren.
Die Europäische Kommission organisiert am Mittwoch in Brüssel Beratungen zu Sicherheitsgarantien und zum Wiederaufbau der Ukraine. Vorgesehen sind Vertreter Kyjiws, der NATO, der Weltbank sowie Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens. Wer die USA vertreten wird, ist noch nicht bestätigt. Am Donnerstag sollen die Konsultationen im NATO-Hauptquartier weitergehen.
IAR/adn