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V4-Gipfel in Trenčín: Nawrocki fordert stärkeren Einfluss Mitteleuropas

06.11.2026 11:11
Beim Gipfel in Trenčín setzen die Visegrád-Präsidenten Schwerpunkte bei EU-Erweiterung, Energie und Ukraine. Polens Staatspräsident Karol Nawrocki fordert mehr Einfluss für Mitteleuropa.
Trenn, Slowakei, 05.11.2026. Der slowakische Prsident Peter Pellegrini (rechts) und der polnische Prsident Karol Nawrocki (links) bei der Begrung im Innenhof des Schlosses in Trenn am 5. dieses Monats. In Trenn in der Slowakei findet ein Treffen der Prsidenten der Visegrd-Gruppe (V4) statt. (mr) PAPPiotr Nowak
Trenčín, Slowakei, 05.11.2026. Der slowakische Präsident Peter Pellegrini (rechts) und der polnische Präsident Karol Nawrocki (links) bei der Begrüßung im Innenhof des Schlosses in Trenčín am 5. dieses Monats. In Trenčín in der Slowakei findet ein Treffen der Präsidenten der Visegrád-Gruppe (V4) statt. (mr) PAP/Piotr NowakPAP/Piotr Nowak

Die Präsidenten Polens, Tschechiens, der Slowakei und Ungarns haben bei ihrem Gipfeltreffen im slowakischen Trenčín eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Darin sprechen sie sich für Energiesicherheit, niedrigere Energiepreise und eine EU-Erweiterung nach gleichen und fairen Regeln aus. Zudem bekräftigten sie ihre Unterstützung für die Ukraine auf mehreren Ebenen und forderten einen dauerhaften und gerechten Frieden.

An den Beratungen nahm auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teil. Bei der anschließenden Pressekonferenz war sie nicht anwesend. Der slowakische Präsident Peter Pellegrini erklärte, die Erweiterungspolitik müsse trotz der Herausforderungen für die EU im Zentrum der Aufmerksamkeit bleiben. Sie sei eine strategische Investition in Frieden, Stabilität und Wohlstand.

Jeder Beitrittskandidat müsse alle Kriterien erfüllen, betonte Pellegrini. „Es gibt keine Abkürzungen und keine Privilegien für irgendein Land.“ Moldau und die Ukraine sollten jeweils in ihrem eigenen Tempo vorankommen. Der Beitritt eines Landes dürfe weder durch ein anderes behindert noch an dessen Aufnahme gekoppelt werden. Montenegro könne bis Jahresende alle Verhandlungskapitel abschließen und 2028 der EU beitreten.


Nawrocki: Mitteleuropa darf nicht nur Empfänger von Entscheidungen sein

Polens Präsident Karol Nawrocki forderte einen stärkeren Einfluss Mitteleuropas. Die Region dürfe „nicht nur Empfänger von Entscheidungen sein, die andere treffen“, sondern müsse die Zukunft des Kontinents aktiv mitgestalten. Die Visegrád-Staaten müssten nicht in allen Fragen identische Positionen vertreten, teilten aber grundlegende wirtschaftliche, infrastrukturelle und energiepolitische Interessen.

„Die Stärke Europas muss auf der Stärke seiner Mitgliedstaaten, ihrer Volkswirtschaften und ihrer Bürger beruhen“, sagte Nawrocki. Lösungen, die die europäische Industrie schwächten, die Lebenshaltungskosten erhöhten und die Entwicklungsmöglichkeiten von Unternehmen beschränkten, seien nicht hinnehmbar. Beim G20-Gipfel im Dezember in Miami wolle er neben den polnischen Interessen auch die Erfahrungen und Perspektiven der gesamten Region vertreten. Polen strebt eine dauerhafte G20-Mitgliedschaft an.

Tschechiens Präsident Petr Pavel forderte eine gemeinsame europäische Position zu Friedensverhandlungen über die Ukraine sowie einen europäischen Vertreter mit entsprechendem Mandat. Fehlende Einigkeit schwäche Europas Glaubwürdigkeit gegenüber Russland und den USA. Pellegrini rief ebenfalls zu einer Beteiligung der EU am Friedensprozess auf. Ungarns Präsident Andras Baka betonte, die Sicherheitslage stelle Stabilität und Widerstandsfähigkeit Europas auf die Probe und verlange einen offenen Dialog innerhalb der Visegrád-Gruppe.

IAR/PAP/adn

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