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Nach Angriff in Krakau: "Hejnał" erstmals seit 1939 nicht zu hören

08.11.2026 13:30
Aus Trauer um das Unglück am Samstag auf dem Krakauer Hauptmarkt ist das traditionelle Trompetensignal "Hejnał" zwölf Stunden lang nicht gespielt worden. Erstmals seit 1939 erklang die Melodie nicht vom Turm der Marienkirche, teilte der Sprecher der Feuerwehr in der Region Kleinpolen, Hauptmann Hubert Ciepły, mit.
Das Trompetensignal wurde gestern um 21 Uhr aus Trauer fr zwlf Stunden ausgesetzt. Dies war der erste solche Fall seit 1939.
Das Trompetensignal wurde gestern um 21 Uhr aus Trauer für zwölf Stunden ausgesetzt. Dies war der erste solche Fall seit 1939. Foto: fot. Joanna Korta/krakow.pl

„Das Trompetensignal wurde gestern um 21 Uhr aus Trauer für zwölf Stunden ausgesetzt. Dies war der erste solche Fall seit 1939. Am Sonntag um 9 Uhr wurde die Melodie wieder vom Turm der Marienkirche gespielt“, sagte Ciepły am Sonntag der Polnischen Presseagentur PAP.

Traditionell erklingt das Krakauer Trompetensignal jede Stunde vom Turm der Marienkirche. Die Melodie bricht mitten im Spiel ab. Damit wird an den legendären Trompeter erinnert, der der Überlieferung zufolge während eines Tatarenangriffs von einem Pfeil getroffen wurde. Der Trompeter starb, und die Melodie brach abrupt ab. Daraus entstand die Tradition des charakteristischen Schlusses des Krakauer Turmbläsersignals. Die ersten dokumentierten Erwähnungen des Brauchs stammen aus dem Jahr 1392.

Das Signal wird auf dem Turm von Feuerwehrleuten gespielt. Der Tradition zufolge wird die Melodie in vier Himmelsrichtungen gespielt: für den König, den Bürgermeister, die Gäste der Stadt und den Feuerwehrkommandanten. Seit 1927 überträgt der Polnische Rundfunk das Trompetensignal täglich um 12 Uhr.

Angriff auf dem Krakauer Hauptmarkt

Der Angriff hat sich am Samstag nach 15 Uhr auf dem Hauptmarkt in Krakau ereignet. Ein maskierter 24-Jähriger ist mit einem Auto auf den Platz gefahren und hat das Feuer auf Passanten eröffnet. Sechs Menschen kamen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt, darunter zwei Polizeibeamten. Der Täter wurde nach einem Schusswechsel mit der Polizei ebenfalls schwer verletzt. Unter den Verletzten befinden sich Staatsangehörige Großbritanniens, Portugals, Russlands, Deutschlands und Österreichs. Die übrigen Verletzten sind polnische Staatsbürger.
In der Wohnung des 24-jährigen Täters wurden auch die Leichen zweier Frauen und eines Mannes entdeckt. Es handelt sich um seine Eltern und Schwester. Die Todesumstände sind bislang ungeklärt.

Unterdessen hat in Polen eine zweitägige Staatstrauer begonnen. Die von Präsident Karol Nawrocki angeordnete Trauer gilt seit Mitternacht bis Montag. Während dieser Zeit werden die Nationalflaggen auf halbmast gesetzt. Zahlreiche Medien passen ihre Programme an, Unterhaltungsveranstaltungen werden abgesagt.

RMF24/PR/ps


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