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Ex-Offizier warnt vor möglicher russischer Spur nach Anschlag in Krakau

08.11.2026 16:11
Nach dem tödlichen Anschlag in Krakau sollte eine mögliche russische Verbindung nicht vorschnell ausgeschlossen werden. „Ich würde die russische Spur nicht so schnell verwerfen“, sagte Oberst Andrzej Derlatka dem Polnischen Rundfunk.
Bei dem Anschlag auf dem Krakauer Hauptmarkt wurden sechs Menschen gettet und 16 verletzt.:
Bei dem Anschlag auf dem Krakauer Hauptmarkt wurden sechs Menschen getötet und 16 verletzt.:Foto: REUTERS/Jakub Porzycki

Derlatka verwies auf prorussische und radikale Strömungen in der polnischen Gesellschaft. Als Beispiel nannte er den Publizisten Leszek Sykulski, der mehrere Jahre an einer Hochschule in Ostrowiec Świętokrzyski tätig gewesen sei. Dieser habe eine Nähe zu russischen Ideologen wie Alexander Dugin und zur russischen Politik gezeigt. Ob es einen Zusammenhang mit dem Anschlag gibt, ist bislang nicht bekannt.

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter sieht darüber hinaus Versäumnisse im Umgang mit gesellschaftlicher Radikalisierung. Die Probleme und extremistischen Strömungen würden in Polen nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit behandelt, sagte er. Angesichts der politischen Spaltung des Landes brauche es mehr Dialog und Kompromissbereitschaft.

Mit Blick auf die Sicherheitslage sprach sich Derlatka für zusätzliche Schutzmaßnahmen in Städten aus. Zufahrten zu öffentlichen Plätzen sollten beispielsweise durch versenkbare Poller gesichert werden, damit Angreifer nicht mit hoher Geschwindigkeit in Menschenmengen fahren könnten. Zudem kritisierte er die Verfügbarkeit von Schusswaffen für Zivilisten. „Wir brauchen bewaffnete Soldaten und keine Zivilisten“, sagte er. Er sprach sich außerdem für die Wiedereinführung der Wehrpflicht aus.

Bei dem Angriff auf dem Krakauer Hauptmarkt hatte ein 24-jähriger Mann am Samstag mit einer Schusswaffe auf Passanten geschossen. Sechs Menschen kamen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt. Unter den Verletzten waren zwei Polizisten, die den Angreifer stoppten. Beide Beamten sind inzwischen aus dem künstlichen Koma erwacht.

IAR/jc

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