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„Jesus ist schneller als die Kugeln“ – Kardinal Ryś ruft Krakau zu Hoffnung und Zusammenhalt auf

08.11.2026 18:35
Nach dem tödlichen Anschlag in Krakau hat der Erzbischof der Stadt, Kardinal Grzegorz Ryś, die Bevölkerung zu einer gemeinsamen Trauer aufgerufen. Bei einer Gedenkmesse am Sonntag in der Krakauer St.-Anna-Kirche beteten hunderte Menschen für die Todesopfer, die Verletzten und deren Angehörige. Der Gottesdienst begann um 16 Uhr und wurde von Kardinal Ryś geleitet.
Kardinal Ryś warnte vor Hass, Gewalt und wachsender Aggression in der Gesellschaft.
Kardinal Ryś warnte vor Hass, Gewalt und wachsender Aggression in der Gesellschaft. PAP/Art Service
Ursprünglich sollte die Messe in der Marienkirche am Krakauer Hauptmarkt stattfinden. Wegen der laufenden Ermittlungsarbeiten wurde sie jedoch in die nahe gelegene St.-Anna-Kirche verlegt.

„Jeder von uns hätte zu diesem Zeitpunkt auf dem Marktplatz sein können“, hatte der Kardinal in seiner Einladung geschrieben. Zu Beginn des Gottesdienstes erinnerte er daran, dass unter den Opfern auch eine österreichische Staatsbürgerin und ein britischer Staatsbürger seien. 

In seiner Predigt sagte Ryś, es gebe keine menschlichen Worte und Erfahrungen, die den Menschen durch solche Momente helfen könnten. „Wir vertrauen darauf, dass Gott ein solches Wort hat. Ein Wort, das uns durch das dunkelste Tal führen kann“, sagte der Kardinal.

Mit Blick auf die Opfer des Anschlags sprach er von der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. „Gestern hat jemand auf unsere Brüder und Schwestern geschossen, ein anderer aber hat sie in den Schlaf gelegt. Jesus ist schneller als die Kugeln. Jesus hat sie alle in den Schlaf gewiegt“, sagte Ryś. Ihr Tod sei nicht das Ende, sondern ein Abschnitt ihres Weges zu Gott.

Zugleich betonte der Erzbischof, dass der Tod menschliche Beziehungen und Verbundenheit nicht zerstören könne. „Das letzte Wort gehört Gott, das letzte Wort gehört dem Leben, das letzte Wort gehört der Liebe – nicht dem Hass und nicht dem Tod“, sagte er.

Der Kardinal griff auch die Frage auf, warum Gott die Tragödie nicht verhindert habe. „Wir haben das Gefühl, dass der Herr sich verspätet. Wo war er? Warum hat er diese Tragödie nicht verhindert?“, fragte Ryś. Er warnte zugleich vor wachsender Aggression, Gewalt, Hass und einer verrohten Sprache in der Gesellschaft.

Die Menschen dürften sich ihre Liebe und Hoffnung nicht durch Hass und gesellschaftliche Spaltungen nehmen lassen. „Du hast Hoffnung, wenn du liebst. Du hast Hoffnung für diese Stadt, wenn du sie liebst“, sagte der Kardinal.

Zum Abschluss rief Ryś die Gläubigen dazu auf, trotz Angst und Unsicherheit ihren Alltag fortzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. „Schaut in euren Kalender, was ihr morgen zu tun habt, und macht es so gut, wie ihr könnt. Und tut es auf eine Weise, die Gott gefällt“, sagte er.



PAP/jc

Schüsse in Krakau – sechs Tote und mehr als ein Dutzend Verletzte

07.11.2026 17:51
Nach den tödlichen Schüssen auf dem historischen Marktplatz in Krakau gehen die Ermittler inzwischen davon aus, dass der mutmaßliche Täter allein gehandelt hat. Bei dem Angriff am Samstagnachmittag wurden sechs Menschen getötet und mehr als ein Dutzend verletzt. Der Angreifer wurde von der Polizei angeschossen und schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Präsident: „Meine Gedanken sind bei den Opfern“

07.11.2026 18:26
Präsident Karol Nawrocki hat sich nach den tödlichen Schüssen im Zentrum von Krakau bestürzt gezeigt. „Mit großer Sorge nehme ich die Nachrichten über die tragischen Ereignisse im Zentrum von Krakau auf. Meine Gedanken sind bei den Opfern, den Verletzten und ihren Familien“, schrieb Nawrocki im Onlinedienst X.

Krakau ruft Trauer bis zum 11. November aus – Polizist in kritischem Zustand

07.11.2026 19:15
Nach dem tödlichen Anschlag auf dem Krakauer Marktplatz hat die Stadt bis zum 11. November eine Trauerzeit ausgerufen. Das teilte Stadtpräsident Łukasz Gibała auf der Plattform X mit. 

Regierung warnt vor Desinformation nach Anschlag in Krakau

07.11.2026 20:20
Nach dem tödlichen Anschlag in Krakau warnen die Behörden vor einer Welle von Desinformation im Internet. In sozialen Netzwerken würden falsche Informationen, manipulierte Bilder und KI-generierte Videos verbreitet. Regierungssprecher Adam Szłapka rief die Bevölkerung dazu auf, Informationen kritisch zu prüfen.

Polen ruft Staatstrauer aus. Tusk spricht von „Terrorismus"

07.11.2026 22:23
Nach dem tödlichen Angriff auf dem Krakauer Hauptmarkt hat die Regierung eine zweitägige Staatstrauer angeordnet. Sie gilt am 8. und 9. November. Das bestätigte Ministerpräsident Donald Tusk am Samstagabend.

Sechs Tote nach Schüssen in Krakau – Ermittlungen zu drei weiteren Todesfällen

08.11.2026 08:11
Sechs Tote, 15 Verletzte und drei weitere Leichen im Wohnhaus des mutmaßlichen Täters: Nach dem tödlichen Anschlag auf dem Krakauer Hauptmarkt steht Polen unter Schock. Während seit Mitternacht eine zweitägige Staatstrauer gilt, dauern die Ermittlungen in Krakau und Ostrowiec Świętokrzyski an.

Nach Angriff in Krakau: "Hejnał" erstmals seit 1939 nicht zu hören

08.11.2026 13:30
Aus Trauer um das Unglück am Samstag auf dem Krakauer Hauptmarkt ist das traditionelle Trompetensignal "Hejnał" zwölf Stunden lang nicht gespielt worden. Erstmals seit 1939 erklang die Melodie nicht vom Turm der Marienkirche, teilte der Sprecher der Feuerwehr in der Region Kleinpolen, Hauptmann Hubert Ciepły, mit.

Ex-Offizier warnt vor möglicher russischer Spur nach Anschlag in Krakau

08.11.2026 16:11
Nach dem tödlichen Anschlag in Krakau sollte eine mögliche russische Verbindung nicht vorschnell ausgeschlossen werden. „Ich würde die russische Spur nicht so schnell verwerfen“, sagte Oberst Andrzej Derlatka dem Polnischen Rundfunk.