Deutsche Redaktion

Regierung will sich mit versenkter Munition und Schiffswracks befassen

22.06.2020 12:08
Zwischen 50 und 100.000 Tonnen chemische Waffen könnten auf dem Meeresboden der Ostsee liegen.
Wrak zatopiony w Morzu Bałtyckim
Wrak zatopiony w Morzu BałtyckimFoto: andscha/shutterstock.com

Das polnische Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt hat beschlossen, eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der öffentlichen Verwaltung einzurichten, die das Risiko einer Kontamination der baltischen Gewässer mit Waffen und Brennstoffen aus Wracks bewerten soll.

Seit vielen Jahren sollen Wissenschaftler und Umweltschützer alarmieren, dass das Problem von staatlichen Institutionen gründlich untersucht werden sollte.
Wie die Gazeta Wyborcza berichtet, sei nicht genau bekannt, wie viele chemische Waffen nach dem Zweiten Weltkrieg in der Ostsee versenkt wurden, aber wissenschaftlichen Studien nach, könnten es zwischen 50 und 100.000 Tonnen sein. Die größte Menge (rund 40.000 Tonnen) befinde sich demnach in der Umgebung von Bornholm.

Munition der deutschen Nazi-Armee wurde am häufigsten in Holzkisten mit Luft abgeworfen, die später von Meeresströmungen in andere Gebiete getrieben wurden. Als das Holz verfiel, ließen sich die Waffen an einem unbekannten Ort auf dem Boden nieder. In den mittlerweile korrodierten Behältern, schreibt Gazeta Wyborcza, befinden sich Verbindungen, die für die Meeresfauna und Mikrowelt gefährlich seien, hauptsächlich Senfgas und Arsen.

Während des Krieges versenkte Wracks seien ein separates Problem, da Kraftstoffe im Inneren versteckt sein könnten. Die Seeverwaltung und andere Dienste überwachen die versunkenen Schiffe kontinuierlich und seien jederzeit bereit, auf potenzielle Bedrohungen zu reagieren - hat der "Wyborcza" die Pressestelle des Ministeriums Anfang Juni mitgeteilt.

Nicht nur Polen hat ein Problem mit in der Ostsee versenkten chemischen Waffen. Andere Staaten am Baltikum sollen ebenfalls keinen klaren Ansatz für das Problem der möglichen Entfernung von Waffen oder Brennstoffen aus versunkenen Wracks haben.


wyborcza.pl/ps