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Polnische Aktivisten in Belarus weiterhin in Haft

29.09.2021 09:26
Zwei Vertreter der polnischen Minderheit in Weißrussland bleiben seit September unter schwierigen Bedingungen und ohne Kontaktmöglichkeiten weiterhin in Haft. 
Akcja solidarności z aresztowanymi przedstawicielami polskiej mniejszości na Białorusi Andżeliką Borys i Andrzejem Poczobutem
Akcja solidarności z aresztowanymi przedstawicielami polskiej mniejszości na Białorusi Andżeliką Borys i Andrzejem PoczobutemPAP/Artur Reszko

- Die Situation um Angelika Borys und Andrzej Poczobut ist sehr schwierig, die belarussischen Behörden erlauben keinen Kontakt mit ihnen, aber wir setzen uns weiterhin für ihre Freilassung ein - sagte der stellvertretende Außenminister Marcin Przydacz. Er stellte fest, dass der internationale Druck auf das Regime in Minsk unzureichend ist.

Im September sind sechs Monate seit der Verhaftung der Vorsitzenden des Bundes der Polen in Belarus, Angelika Borys, und des Aktivisten und Journalisten Andrzej Poczobut vergangen. Sie bleiben beide unter harten Bedingungen in Haft. Weissrussiche Behörden beschuldigen sie der "Anstiftung zum Hass".

- Wir wollen nicht verschweigen, dass die Situation um Angelika Borys und Andrzej Poczobut sehr schwierig ist; die belarussischen Behörden verweigern den polnischen Konsuln und den polnischen diplomatischen Diensten den direkten Kontakt zu den Inhaftierten mit dem Argument, dass diese Personen keine polnischen, sondern belarussische Staatsbürger sind. Natürlich lassen wir in unseren Bemühungen nicht nach und versuchen mit unserer Diplomatie, direkt in den bilateralen Beziehungen, die belarussische Seite zu zwingen, vor allem den Kontakt mit den Inhaftierten zu erlauben - so der stellvertretende Leiter des Außenministeriums.

Wie Przydacz betonte, wurden im letzten Jahr über 700 unschuldige Menschen in Belarus inhaftiert, darunter politische Aktivisten und Journalisten.

- All dies zeigt, wie sich autoritäre Regierungen in einer Situation verhalten, in der internationaler Druck manchmal nicht ausreicht, was hier der Fall ist. Wir haben uns wiederholt an die Europäische Union gerichtet. Die Angelegenheit wurde auch der NATO vorgestellt. Der Nordatlantikrat hat im Juni in Brüssel in seiner offiziellen Mitteilung die Notwendigkeit der Freilassung von Angelika Borys und Andrzej Poczobut dargelegt - so Przydacz.

Er fügte hinzu, dass die Polen auch auf mehr Druck auf das belarussische Regime durch internationale Menschenrechtsorganisationen hoffe.

Nach Angaben der belarussischen Behörden und Medien haben Aktivisten des Bundes der Polen in Belarus im vergangenen Jahr "während der Proteste zu einem Aufstand aufgerufen". Weissrussischer Propaganda zufolge haben sie auch versucht, die Gesellschaft auf nationaler Ebene zu spalten und Hass zu schüren. Polens Präsident, Andrzej Duda, forderte in seiner Rede auf der 76. Sitzung der UN-Generalversammlung die Freilassung der Aktivisten der polnischen Minderheit, Angelika Borys und Andrzej Poczobut, sowie aller politischen Gefangenen in Belarus.


PAP/ps