Deutsche Redaktion

Polen fordert Untersuchung „barbarischer Gräueltaten“ der russischen Armee

03.04.2022 20:32
Polens Außenminister forderte am Sonntag die internationale Gemeinschaft auf, die Ukraine bei der Untersuchung des brutalen Vorgehens der russischen Armee in der Region um Kiew zu unterstützen.
A man lies dead on a road in the town of Bucha near Kyiv, Ukraine, April 3, 2022.
A man lies dead on a road in the town of Bucha near Kyiv, Ukraine, April 3, 2022.Photo: EPA/OLEKSANDR RATUSHNIAK

Die Befreiung der Region Kiew offenbart barbarische Gräueltaten, die von den russischen Streitkräften begangen wurden, erklärte Zbigniew Rau auf Twitter.

„Ich fordere die OSZE-Teilnehmerstaaten und die internationale Gemeinschaft auf, der Ukraine dabei zu helfen, sicherzustellen, dass diese Verbrechen ordnungsgemäß untersucht werden“, schrieb Rau, der in diesem Jahr auch amtierender Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist. 

Der ukrainische Außenminister beschuldigte am Sonntag russische Streitkräfte, ein Massaker“ in der Stadt Butscha verübt zu haben.

US-Außenminister Antony Blinken bezeichnete die Bilder der vorgefundenen Leichen als „Schlag in die Magengrube“. Auch die Europäische Union beschuldigte am Sonntag russische Truppen, in der Region Kiew Gräueltaten begangen zu haben.

Der Vorsitzende des Europäischen Rates, Charles Michel, erklärte, er sei schockiert über die erschütternden Bilder der Gräueltaten, die von der russischen Armee in der befreiten Region von Kiew begangen wurden. Er fügte hinzu, dass weitere EU-Sanktionen und Unterstützung auf dem Weg sind

Schockiert über die Nachricht von Gräueltaten der russischen Streitkräfte. Die EU unterstützt die Ukraine bei der Dokumentation von Kriegsverbrechen, erklärte der EU-Außenminister Josep Borrell auf Twitter und fügte hinzu, alle Fälle müssten vom Internationalen Gerichtshof untersucht werden.

Das russische Verteidigungsministerium bestritt, dass russische Streitkräfte Zivilisten in Butscha getötet haben. Es erklärte alle Fotos und Aufnahmen, die Leichen zeigten, seien „eine weitere Provokation“. In einer Erklärung hieß es, alle russischen Militäreinheiten hätten die Stadt am 30. März verlassen.


Reuters/PAP/ps