Deutsche Redaktion

Greenpeace entfernt "pro-russischen und anti-NATO"-Artikel

15.04.2022 19:04
Ein Greenpeace-Text über den Krieg in der Ukraine, in dem die Autoren "pro-russische und Anti-NATO-Thesen" verbreiteten, wurde nach Intervention des polnischen Zweigs der Organisation aus dem Netz gelöscht. 
Greenpeace entfernt pro-russischen und anti-NATO-Artikel
Greenpeace entfernt "pro-russischen und anti-NATO"-Artikel Shutterstock/McLittle Stock

Die Autoren der Veröffentlichung sind Sofia Basso und Javier Raboso - Greenpeace-Aktivisten aus Italien und Spanien. In Bezug auf den Krieg in der Ukraine erklärten sie, die Erhöhung der EU-Verteidigungsausgaben stehe "im Widerspruch zu grundlegenden Werten der EU wie Frieden, Menschenrechte und Demokratie". Der Text wurde auf der Internetseite der Greenpeace EU Unit (der für die Europäische Union zuständigen regionalen Struktur von Greenpeace) veröffentlicht.

"Der Greenpeace-Text zum Krieg in der Ukraine wurde nach Intervention der polnischen Sektion entfernt", berichtete Onet.pl.

Im Artikel sollen auch Thesen aufgetaucht sein, dass die Rüstungsausgaben der EU-Länder eher gesenkt als erhöht werden sollten. Kritisiert wurde die Beziehung der EU zur NATO, stattdessen wurde eine enge Beziehung zu den Vereinten Nationen vorgeschlagen (wo Russland ein Veto hat - Anm. d. Red.).

Die Autoren griffen auch Ideen zur Schaffung einer EU-Streitmacht an. "Die Militarisierung ist keine Antwort auf die Bedrohungen, die die größte Auswirkung auf die Sicherheit der Bürger haben", hieß es.

Nach Ansicht der Autoren soll die wahre Bedrohung nicht der Abwurf russischer Bomben auf ukrainische Zivilisten, sondern die Pandemie, Arbeitslosigkeit und der Klimawandel sein. Greenpeace Polen teilte mit, dass der Text bereits von der Internetseite der Organisation entfernt wurde. "Dies ist nicht unser offizieller Standpunkt. Dieser Beitrag, der die Meinung von zwei mit Greenpeace verbundenen Personen wiedergibt, sollte nicht auf der Internetseite der EU Unit erscheinen. Wir klären diese Angelegenheit", teilte die Organisation auf Twitter mit.


onet.pl, Twitter/ps