„Die Position der Bundesregierung ist unverändert. Die Reparationsfrage ist abgeschlossen“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Berlin. Polen habe schon 1953 auf weitere Reparationen verzichtet und diesen Verzicht mehrfach bestätigt. „Dies ist eine wesentliche Grundlage für die heutige Ordnung Europas. Deutschland steht politisch und moralisch zu seiner Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg“, teilte der Sprecher mit.
Polen beziffert die entstandenen Verluste auf 1,3 Billionen Euro und hat am Donnerstag angekündigt, sich um Entschädigungen von Deutschland zu bemühen, berichteten Medien.
„Heute vor 83 Jahren überfiel Deutschland Polen. Leid & Schmerz dieses barbarischen Verbrechens wirken bis heute nach und sind uns ewig Mahnung. Gerade deshalb ist es ein unermessliches Glück, dass die uns ausgestreckte Hand Polens das vereinte Europa ermöglichte", schrieb die Chefin des Auswärtigen Amtes, Annalena Baerbock, auf Twitter zum Jahrestag des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs.
Die Bundesregierung vertrete den Standpunkt, dass die Frage der Reparationen an Polen auf der Zwei-plus-Vier-Konferenz 1990 rechtlich und politisch abgeschlossen worden sei, schrieben auch deutsche Medien am Donnerstag.
„In dem Vertrag zwischen der Bundesrepublik, der DDR und den vier ehemaligen Besatzungsmächten USA, Sowjetunion, Frankreich und Großbritannien sind Reparationen allerdings nicht ausdrücklich erwähnt", betonte die Welt. Zahlreiche von Nazi-Deutschland angegriffene und besetzte Staaten wie Griechenland und Polen seien darüber hinaus an den Verhandlungen nicht beteiligt gewesen. In dem 1945 in Potsdam geschlossenen Abkommen hätten die vier Siegermächte vereinbart, dass die Sowjetunion aus der sowjetischen Besatzungszone entschädigt werden sollte. Was die vom Zweiten Krieg betroffenen Länder betreffe, so wurden "westliche Länder wie Frankreich und die Niederlande wesentlich besser behandelt", erinnerte die Welt.
PAP, rmf24.pl/ps