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Außenministerium leitet Reparationsfrage weiter an US-Kongress

11.01.2023 07:51
Polens Außenministerium hat sich an den US-Kongress gewandt, um von Deutschland Reparationszahlungen für die während des Zweiten Weltkriegs verursachten Schäden zu erhalten, gab der stellvertretende Außenminister und Regierungsbevollmächtigte für Reparationen bekannt. 
Arkadiusz Mularczyk
Arkadiusz MularczykPAP/Albert Zawada

Auf einer Pressekonferenz am Montag hat Arkadiusz Mularczyk die Maßnahmen des Außenministeriums zur Frage der Reparationen zusammengefasst. Er äußerte die Hoffnung, die Vereinigten Staaten würden „als Hüter der internationalen Ordnung" in diese Angelegenheit eingreifen.

Polens Außenministerium habe sich deshalb an den US-Kongress gewandt, um von Deutschland Reparationszahlungen für die während des Zweiten Weltkriegs verursachten Schäden zu erhalten, teilte der Minister mit.

Deutschland hat Polen bis heute für Kriegsschäden aus dem Zweiten Weltkrieg nicht entschädigt. Polnische Bürger hätten auch keine angemessenen Reparationszahlungen vom deutschen Staat erhalten. „Wir sehen hier eine absolute Asymmetrie in der Behandlung sowohl Polens als auch der Bürger unseres Landes", betonte Mularczyk.

„Ich hoffe, dass die Helsinki-Kommission ein nützliches Forum für den Aufbau eines Dialogs sein kann."

Deutschland würde die Aufnahme von Gesprächen mit Polen systematisch vermeiden, fügte er hinzu. Berlin habe jedoch gemäß den Bestimmungen der Potsdamer Konferenz durch internationale Abkommen Entschädigungs- und Reparationsleistungen an westeuropäische Staaten sowie an bestimmte internationale Gemeinschaften erbracht, erinnerte Mularczyk. Polen hat keine derartigen Entschädigungen erhalten. Deutschland habe es jahrelang vermieden, ein bilaterales Abkommen mit Polen zu schließen und die Frage der Reparationen zu klären, teilte der stellvertretende Außenminister mit.

Polen hat im vergangenen Jahr damit begonnen, von Deutschland Reparationszahlungen für den Zweiten Weltkrieg zu fordern. Im September wurde ein Bericht vorgelegt, in dem die polnischen Verluste auf mehr als 1,3 Billionen Euro geschätzt wurden. Im Oktober hat Polen eine diplomatische Note an Deutschland gerichtet. Darin forderte Warschau die Aufnahme von Verhandlungen über Reparationen. Vor einer Woche hat das Außenministerium eine Antwort erhalten. Die Regierung in Berlin betrachte die Angelegenheit als abgeschlossen und nicht verhandelbar, berichteten Medien. Die Behörden in Warschau haben daraufhin angekündigt, weitere Maßnahmen zur Zahlung von Entschädigungen zu ergreifen.


IAR/ps