Deutsche Redaktion

Inoffizielle Botschaft des demokratiscnen Belarus in Brüssel eröffnet

02.03.2023 10:49
"Wir werden in der Lage sein, mehr Treffen mit Diplomaten und Politikern in unserer Region zu organisieren und belarussische Initiativen ins Leben zu rufen. Dies wird ein Ort sein, an dem neue Ideen geboren werden, an dem wir darüber diskutieren können, wie wir unser geliebtes Land aus den Händen des Usurpators befreien können", betont die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanouska.
W Brukseli powstała nieformalna ambasada demokratycznej Białorusi
W Brukseli powstała nieformalna ambasada demokratycznej BiałorusiBordovski Yauheni/Shutterstock

In Brüssel ist eine informelle Botschaft des demokratischen Belarus entstanden. An der Eröffnung hat auch die ehemalige belarussische Präsidentschaftskandidatin Swetlana Tichanouska teilgenommen. Wie die Oppositionelle in einem Gespräch mit dem Polnischen Rundfunk betonte, werde es dank der Vertretung möglich sein, ein Netzwerk von Verbindungen zwischen dem demokratischen Belarus und Europa zu schaffen. "Wir werden in der Lage sein, mehr Treffen mit Diplomaten und Politikern in unserer Region zu organisieren und belarussische Initiativen ins Leben zu rufen. Dies wird ein Ort sein, an dem neue Ideen geboren werden, an dem wir darüber diskutieren können, wie wir unser geliebtes Land aus den Händen des Usurpators befreien können. Dies ist also ein wichtiger erster Schritt. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, aber wir werden die Schwierigkeiten überwinden", so Swetlana Tichanouska.

Seit fast zwei Jahren hatte sich eine Gruppe von EU-Abgeordneten, darunter auch aus Polen, für die Einrichtung einer solchen Vertretung im Europäischen Parlament eingesetzt, doch der Widerstand einiger Abgeordneter hatte dies verhindert. Schließlich hat die flämische Regierung beschlossen, ein Gebäude an Vertreter der belarussischen Opposition zu vergeben. "Sie repräsentiert das Volk, das wir unterstützen", so die Europaabgeordnete der Regierungspartei PiS Anna Fotyga. "So wie die belgischen Gewerkschaften während des Kriegsrechts der Solidarność einen Ort zur Verfügung gestellt haben, an dem sie eine angemessene Widerstandsaktion gegen das Jaruzelski-Regime realisieren konnte, so ist es nun auch mit der belarussischen Opposition. Darüber bin ich sehr froh. Dies ist auch Teil der Anerkennung der internationalen Gemeinschaft für die sehr koordinierte Widerstandsaktion des belarussischen Volkes", betonte die ehemalige Außenministerin.

Andrzej Halicki von der oppositionellen Bürgerplattform betonte im Gespräch mit dem Polnischen Rundfunk, dass die Belarussen voll und ganz unterstützt werden sollten, da sie wie andere Nationen ein uneingeschränktes Recht auf Selbstbestimmung hätten. Er fügte hinzu, dass der Westen ihnen konsequent und geschlossen helfen sollte. "Weil sie es ohne uns nicht schaffen und noch jahrzehntelang in einer anderen Einflusssphäre bleiben werden. Wir haben das Gleiche durchgemacht und hatten diese helfende Hand. Heute ist es unsere Pflicht, diese Hand den Belarussen, Ukrainern, Moldawiern und all jenen zu reichen, die Freiheit, aber auch eine sichere und dynamische Entwicklung wollen", so Andrzej Halicki. 

Die Mission des demokratischen Weißrusslands in Brüssel wird Uladzimir Astapenka leiten, der in der Vergangenheit Botschafter in mehreren Ländern war und seit 2020 in der demokratischen Opposition Weißrusslands aktiv ist.

IAR/adn