Russische Medien hatten unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst FSB und den Auslandsgeheimdienst SWR berichtet, polnische Dienste hätten bei der Rekrutierung eines Attentäters geholfen. Dieser soll in einen gescheiterten Anschlagsversuch auf den stellvertretenden Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Wladimir Alexejew, verwickelt gewesen sein. Stróżyk sprach von „erfundenen Narrativen“, die sich vor allem an ein inländisches Publikum richteten. „Solche Botschaften tauchen immer dann auf, wenn sich eine Gelegenheit bietet“, sagte er. Ziel sei es, Russland und Belarus als Staaten darzustellen, die permanent unter Druck von Nato und Westen stünden. „Sie sind in erster Linie für den internen Gebrauch bestimmt.“
Auch Vorwürfe des SWR, westliche Länder – darunter Polen – arbeiteten aktiv auf einen politischen Umbruch in Belarus hin, wies Stróżyk zurück. Zugleich äußerte er Kritik daran, dass entsprechende Darstellungen ihren Weg in internationale Medien fänden. Es sei „zumindest beunruhigend“, wenn „eine solche Rhetorik in angesehenen Medien wie Reuters auftaucht“, sagte er.
Der General betonte, sämtliche Aktivitäten der polnischen Geheimdienste erfolgten „im Rahmen des Gesetzes“ und auf Grundlage politischer Vorgaben, die von Regierung und Präsident gebilligt seien. Mit Blick auf den Umgang mit russischer Propaganda sagte Stróżyk: „Es gibt keine einzelne wirksame Methode.“ Effektiver als Ignorieren sei jedoch das aktive Aufdecken von Desinformation. Geheimdienste sollten eine stärkere öffentliche Rolle übernehmen und Berichte zu entsprechenden Einflussoperationen veröffentlichen.
Nach Schätzungen gebe Russland jährlich zwischen zwei und vier Milliarden US-Dollar für Einfluss- und Desinformationskampagnen aus, darunter für die massenhafte Verbreitung von Propaganda über soziale Medien. „Diese Bedrohung besteht seit Jahren“, warnte Stróżyk.
IAR/jc