Ein Untersuchungsausschuss des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern zu den Verbindungen zwischen Landespolitikern und den Russen beim Projekt Nord Stream 2 hat das Datenleck aufgedeckt. Das Stralsunder Büro soll demnach in der Planungsphase der Strecke irrtümlich Informationen über NATO-Übungen in der Nähe der geplanten Baustelle weitergegeben haben. Trotz des Eingriffs der Bundeswehr, waren die Unterlagen vorübergehend im Internet für alle Interessierten zugänglich, berichtet das Nachrichtenportal biznesalert.pl.
Die mecklenburgischen Grünen beschuldigen den damaligen Innenminister Christian Pegel (SPD), dessen Anwaltskanzlei Nord Stream 2 in einem Verfahren mit dem Seeamt Stralsund betreut habe. Pegel warf damals der Bundeswehr vor, sie habe die Daten weitergegeben. Hannes Damm von den Grünen kam zu dem Schluss, dass der ehemalige Minister gelogen habe, so das Portal.
Wie Medien berichteten, könnte die Weitergabe von NATO-Daten an Nord Stream 2, das sich vollständig im Besitz des russischen Energieunternehmens Gazprom befindet, die Sicherheit der Verbündeten gefährden. Das Projekt war der Anlass für die Gründung der landeseigenen Stiftung Klimaschutz, die trotz der US-Sanktionen zur Fertigstellung der Nord-Stream-2-Pipeline beitrug und 20 Millionen Euro von Russland erhielt.
SPD-Politiker haben rund um das Projekt geschäftspolitische Verbindungen zu den Russen geknüpft, die nun von einem Ausschuss des mecklenburgischen Landtages untersucht werden. Bislang wurde die Stiftung Klimaschutz jedoch nicht aufgelöst.
Nord Stream 2 wurde zwar fertiggestellt, aber wegen Sabotageakten am 26. September 2022 nie in Betrieb genommen.
biznesalert.pl/ps