Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 2.078 Ausländer festgenommen, die illegal über die Grenze von der Slowakei nach Polen eingereist waren. Diese Festnahmen erfolgten vor allem durch verstärkte Kontrollen, die nach dem Anstieg des Migrationsdrucks entlang der Balkanroute im Sommer eingeführt wurden. Die kürzlich vom neuen Innenminister verlängerten Kontrollen haben dazu geführt, dass der Migrantenstrom aus dieser Richtung abgeschwächt wurde. Dennoch bleibt das Problem weiterhin bestehen, schreibt das Blatt.
Die Zeitung weist darauf hin, dass die Zahl der Migranten, die illegal über Serbien, Ungarn, die Slowakei und Polen nach Deutschland, in die Niederlande oder nach Schweden gelangen wollen, seit dem letzten Sommer alarmierende Ausmaße angenommen hat. Schleuserbanden verstärken den Menschenschmuggel über diese Route, insbesondere seit der Errichtung eines Grenzzauns an der Grenze zwischen Polen und Belarus.
Die Rzeczpospolita stellt fest, dass sich der Modus Operandi der Schmuggler geändert hat, da sie von Lastwagen auf Lieferwagen und Autos umgestiegen sind.
Experten sind der Ansicht, dass der radikale Rückgang der aus dem Süden nach Polen geschmuggelten Migranten auch eine Folge der Grenzabschottung durch Tschechien, Deutschland und Österreich ist.
„Die Kontrollen an der polnisch-slowakischen Grenze waren in den letzten Wochen sehr streng. Diese Nachricht verbreitete sich schnell unter Migranten und Schmugglern und wirkte entmutigend. Daher hat die Intensität des Zustroms von Migranten von der südlichen Seite her abgenommen“, kommentiert Dr. Jakub Gajda, Nahost- und Migrationsexperte von der Kazimierz-Pułaski-Stiftung. Er schätzt jedoch, dass „der Migrationstrend nicht vollständig umkehrbar ist.“
Quelle: rz/jc