Deutsche Redaktion

Italien liefert verdächtigen Ukrainer an Deutschland aus

28.11.2025 07:04
Die italienischen Behörden haben Serhij K. an Deutschland ausgeliefert. Der 49-Jährige befindet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft nun in Gewahrsam der deutschen Polizei. Er wurde unter Begleitung deutscher Beamter per Hubschrauber nach Deutschland gebracht. Der Ukrainer wird verdächtigt, an der Sabotage der Nord-Stream-Pipelines beteiligt gewesen zu sein.
Wysadzenie gazociągu Nord Stream. Nowe informacje
Wysadzenie gazociągu Nord Stream. Nowe informacjeHANDOUT/AFP/East News

K., ein ehemaliger Soldat, war im August in Italien festgenommen worden, wo er Urlaub mit seiner Familie machte. Er bestreitet die Vorwürfe und erklärte, sich zum Zeitpunkt der Explosionen im September 2022 in der Ukraine aufgehalten zu haben. Seit seiner Festnahme saß er im Gefängnis im norditalienischen Ferrara und trat dort im November für elf Tage in einen Hungerstreik.

Die Explosionen vom 26. September 2022 zerstörten drei von vier Strängen der Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 in rund 80 Metern Tiefe auf dem Grund der Ostsee. Nach bisherigen Erkenntnissen der deutschen Ermittler sollen K. und mutmaßliche Komplizen dafür eine Yacht genutzt haben, die in Rostock ausgelaufen war. Taucher hätten demnach mindestens vier Sprengsätze an den Leitungen angebracht und seien anschließend von einem Fahrer zurück in die Ukraine gebracht worden.

Deutsche Medien berichten inzwischen, K. gelte nicht mehr nur als möglicher Koordinator, sondern als mutmaßlicher Organisator des Anschlags.


PAP/jc

 

Nord Stream-Sprengung: Italien blockiert Auslieferung des Verdächtigen an Deutschland

16.10.2025 08:20
Der Oberste Kassationsgerichtshof Italiens hat die Berufung von Sierhij K. stattgegeben. Der ukrainische Staatsbürger wird der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines verdächtigt. Die Entscheidung bedeutet, dass der Mann vorerst nicht an Deutschland ausgeliefert wird und der Fall erneut geprüft werden muss.

Kommentar: Polen durfte Wolodymyr Schurawlow nicht an Deutschland ausliefern

20.10.2025 12:27
Der Fall der Auslieferung von Wolodymyr Schurawlow ist weit mehr als nur ein weiterer Rechtsstreit zwischen EU-Staaten. Es ist ein Prüfstein dafür, ob wir das Recht im Lichte seines Geistes und seines Zwecks zu lesen vermögen – und nicht als eine Sammlung toter Regeln, die sich für politische Zwecke instrumentalisieren lassen. Polen hat auf diese Herausforderung eindeutig geantwortet: Schurawlow durfte nicht ausgeliefert werden. Und zwar nicht, weil jemand ein Machtspektakel inszenieren wollte, sondern weil am Ende jedes Gesetzes der Mensch, seine Rechte und seine reale Sicherheit stehen müssen, schreibt der Publizist Sławomir Sieradzki.

„Ich habe Nord Stream nicht gesprengt“, sagt von Deutschland gesuchter Ukrainer

23.10.2025 06:40
Wolodymyr Schurawlew, dem Deutschland die Sprengung der russisch-deutschen Nord-Stream-Gaspipelines im Jahr 2022 vorwirft, hat in einem Interview mit polnischen Medien jegliche Sabotagevorwürfe zurückgewiesen.

Nord-Stream-Verdächtigter in kritischem Zustand

10.11.2025 12:30
Der in Italien inhaftierte und der Sabotage der Nord-Stream-Pipeline beschuldigte Ukrainer Serhij K. kämpft nach Beginn eines Hungerstreiks um sein Leben, teilte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte mit. Familie und ukrainische Behörden warnen, der Gesundheitszustand des Mannes verschlechtere sich und die Haftbedingungen seien unzureichend.