Deutsche Redaktion

Außenminister warnt in Indien vor Vertrauen in Russland

19.01.2026 07:00
Polens stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister Radosław Sikorski hat bei einem Besuch in Indien eindringlich vor Russland gewarnt. Er verwies auf Verstöße gegen internationale Verträge und die anhaltende Bedrohung durch hybride Kriegsführung. Bei einer Rede auf dem Jaipur Literature Festival sprach er zudem über die wachsende strategische Abhängigkeit zwischen Moskau und Peking.
Polens Auenminister Radosław Sikorski in der Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan, Jaipur, 18.01.2025.
Polens Außenminister Radosław Sikorski in der Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan, Jaipur, 18.01.2025.MSZ/Sikorski/X

Während einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Ein Kontinent in der Krise: Russland, die Ukraine und die europäische Geschichte“ lenkte Sikorski die Aufmerksamkeit auf das, was er als hybride Kriegsführung bezeichnete. Diese beschränke sich nicht auf Angriffe im Internet. Dazu zählten Brandstiftungen, Sabotageakte und „zufällige“ Drohnenflüge. Auch Akte staatlichen Terrorismus gehörten dazu, wie das Platzieren von Sprengsätzen auf Eisenbahnstrecken in Polen, sagte er beim Festival in der Hauptstadt des Bundesstaates Rajasthan, Jaipur.

Wie Sikorski betonte, bezeichne Russlands Diktator Wladimir Putin die Ukrainer als „Brüder“ und töte sie anschließend – trotz unterzeichneter Grenzverträge. Polens Chefdiplomat erinnerte daran, dass die Ukraine einst das drittgrößte Atomwaffenarsenal der Welt im Gegenzug für später gebrochene Sicherheitsgarantien aufgegeben habe.

„Russland spricht von Vertrauen, doch sein Handeln erzählt eine andere Geschichte“, fügte er laut der indischen Nachrichtenagentur ANI hinzu. Der Minister warnte zudem vor einer engeren Annäherung zwischen Moskau und Peking. „China hat seit Beginn des Krieges in der Ukraine strategischen Einfluss gewonnen. Russland ist gezwungen, Öl zu niedrigeren Preisen zu verkaufen, und wird zunehmend abhängig von China – bei hochwertigen Gütern, beim Internetzugang und bei Cyberdiensten“, sagte Sikorski. Im Gegenzug destabilisiere Moskau die Welt, indem es Raketentechnologien an Nordkorea weitergebe.

Dem Chef der polnischen Diplomatie zufolge müsse Europa ungeachtet der „Schwankungen“ in den transatlantischen Beziehungen seine eigenen Verteidigungsfähigkeiten stärken und beim Schutz des Kontinents unabhängiger werden.

Wie das Außenministerium zuvor mitgeteilt hat, begann Minister Sikorski seinen Indien-Besuch am Samstag in Jaipur, der Hauptstadt des nordwestindischen Bundesstaates Rajasthan. Dort traf er die stellvertretende Regierungschefin von Rajasthan und Finanzministerin des Bundesstaates, Diya Kumari. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Perspektiven der Zusammenarbeit mit Rajasthan, polnische Investitionen in Indien sowie die internationale Lage.

MSZ/PAP/ANI/ps

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