Murkowski betonte dabei die enge Verbindung zwischen den arktischen Regionen und der Sicherheitslage an der Nato-Ostflanke. Die Arktis dürfe nicht länger als abgelegener Raum betrachtet werden. „Zu lange haben wir die Arktis als entfernte, isolierte Zone gesehen“, sagte sie. Heute sei sie jedoch „ein Punkt politischer Spannungen“.
Dabei verwies Murkowski auf Fragen der Verlässlichkeit innerhalb internationaler Partnerschaften. Die dramatische Veränderung in der Region sei besorgniserregend, „nicht weil die Arktis weniger wichtig geworden ist, sondern wegen der Frage der Vorhersehbarkeit und Glaubwürdigkeit von Partnern“. Sie hoffe, dass dies nur vorübergehend sei.
Die Senatorin ist bekannt für ihre Kritik an Äußerungen von Präsident Donald Trump über mögliche Ansprüche auf Grönland. Gemeinsam mit der demokratischen Senatorin Jeanne Shaheen brachte sie einen Gesetzesvorschlag ein, der eine Besetzung oder Annexion von Nato-Territorien – darunter Grönland – durch US-Streitkräfte ausschließen soll.
Murkowski sprach sich dafür aus, die Arktis „nicht als separaten Kriegsschauplatz, sondern als nördlichste Flanke einer vereinten europäischen Sicherheitsarchitektur“ zu begreifen, die sich „vom Nordpol über die Ostsee“ erstrecke.
Polen bezeichnete sie als einen der wichtigsten Nato-Partner. „Polen ist derzeit eines der effektivsten und bedeutendsten Mitglieder des Bündnisses“, sagte Murkowski. Die polnischen Verteidigungsausgaben und die schnelle Modernisierung der Streitkräfte seien „ein Vorbild für den gesamten Kontinent“. „Ich hoffe, dass der Rest Europas dem Beispiel Polens folgt“, fügte sie hinzu.
Die USA seien stolz darauf, die verstärkte Nato-Präsenz in Polen anzuführen. Der Dienst amerikanischer Soldaten an der Seite polnischer Streitkräfte sei Ausdruck einer „sehr starken und unauflöslichen Bindung“, erklärte Murkowski.
„Polens Führung ist eine Säule der Ostflanke“, sagte sie. Diese Stabilität ermögliche es, die Bündniskraft „weiter nach Norden zu projizieren“.
Auch strategische Engpässe wie der Suwalki-Korridor und die sogenannte GIUK-Lücke zwischen Grönland, Island und Großbritannien seien miteinander verbunden. „Aus Sicht der modernen Strategie sind sie untrennbar“, betonte die Senatorin.
Murkowski warnte zugleich vor einer zunehmenden Militarisierung Russlands in der Arktis. Moskau habe in den vergangenen Jahren die Nordflotte ausgebaut und ehemalige sowjetische Stützpunkte wieder geöffnet. „Das sind nicht nur defensive Maßnahmen“, sagte sie. Sie dienten dazu, „Macht im Nordatlantik zu projizieren“ und die Verbindung zwischen Nordamerika und Europa zu schwächen.
Sollten Transporte über den Atlantik durch Bedrohungen aus der Arktis behindert werden, werde die Verteidigung der baltischen Nato-Partner erheblich schwieriger, warnte Murkowski.
Zum Abschluss richtete sie sich direkt an Polen: „Meine polnischen Freunde – wissen Sie, dass Ihre Sicherheit unsere Sicherheit ist.“ Europa müsse weiter in Fähigkeiten investieren – etwa in Eisbrecher, Wintertraining und Unterwasserüberwachung.
„Wenn wir die Sicherheit der Arktis garantieren, sichern wir den Nordatlantik“, sagte Murkowski. „Und wenn wir den Nordatlantik sichern, können wir gewährleisten, dass das Herz Europas frei, ganz und in Frieden bleibt.“
PAP/IAR/jc