Deutsche Redaktion

BND sieht russische Militärausgaben um bis zu 66 Prozent höher

05.02.2026 12:39
Die tatsächlichen Militärausgaben Russlands lagen in den vergangenen Jahren nach Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes (BND) deutlich über den offiziell ausgewiesenen Zahlen. Wie der BND am Mittwoch mitteilte, seien sie teils um bis zu 66 Prozent höher gewesen.
Władimir Putin
Władimir PutinMAXIM SHEMETOV/AFP/East News

Nach Angaben des BND verbucht die russische Regierung einen Teil der militärischen Kosten nicht im Haushalt des Verteidigungsministeriums, sondern in anderen Budgetposten. Betroffen seien unter anderem Bau- und IT-Projekte der Streitkräfte sowie soziale Leistungen für Soldaten.

Abweichungen ergäben sich demnach auch aus einer russischen Auslegung von Verteidigungsausgaben, die von der in der NATO verwendeten Definition abweiche. Offizielle russische Angaben seien häufig verzerrt und bedürften zusätzlicher Analyse, hieß es weiter.

Seit Beginn des großangelegten Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 wachse der russische Militärhaushalt kontinuierlich. Für 2025 beziffert der BND die Ausgaben auf rund 250 Milliarden Euro, was knapp zehn Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts entspreche. 2022 habe der Anteil bei etwa sechs Prozent gelegen, 2023 bei 6,7 Prozent und 2024 bei 8,5 Prozent.

Diese Entwicklung spiegele die wachsende Bedrohung für Europa wider, erklärte der Nachrichtendienst. Die Mittel würden nicht nur für den Krieg gegen die Ukraine eingesetzt, sondern auch für den weiteren Ausbau militärischer Fähigkeiten, unter anderem in Regionen nahe der östlichen NATO-Flanke.

BND-Präsident Martin Jaeger hatte bereits im Oktober gewarnt, Russland verschleiere seine Absichten und teste den Westen. Europa müsse sich auf eine weitere Verschärfung der Lage einstellen; Ziel Moskaus sei es, die NATO zu schwächen, europäische Demokratien zu destabilisieren und gesellschaftliche Spaltungen zu vertiefen.


PAP/jc

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