Deutsche Redaktion

"Widerwärtige und beleidigende Äußerungen" - US-Botschafter Rose und Premierminister Tusk streiten über Sejmmarschall

06.02.2026 10:49
Tusk reagierte auf die Äußerungen des US-Botschafters auf X und schrieb: "Herr Botschafter Rose, Verbündete sollten sich respektieren und nicht belehren. So verstehen wir Partnerschaft in Polen." Rose konterte und sprach von einem Versehen.
Premierminister Donald Tusk
Premierminister Donald TuskKuba Stezycki

Der Schlagabtausch zwischen US-Botschafter Tom Rose und Sejmmarschall Włodzimierz Czarzasty sorgt nun auch für Spannungen zwischen der Regierung und dem US-Diplomaten. Auslöser war eine Mitteilung des Botschafters auf X, in der Rose erklärte, die US-Seite werde keinen Kontakt mehr mit Sejmmarschall Włodzimierz Czarzasty unterhalten und sich nicht mehr mit ihm kommunizieren. Als Grund nannte er "empörende und völlig unbegründete Beleidigungen gegenüber Präsident Trump".

Tusk reagierte darauf ebenfalls auf X und schrieb: "Herr Botschafter Rose, Verbündete sollten sich respektieren und nicht belehren. So verstehen wir Partnerschaft in Polen."

Rose antwortete, Tusks Mitteilung müsse versehentlich an ihn adressiert worden sein. "Sehr geehrter Herr Premierminister, ich gehe davon aus, dass Ihre durchdachte und gut formulierte Nachricht versehentlich an mich gesendet wurde. Sicherlich war sie an den Sejmmarschall Włodzimierz Czarzasty gerichtet, dessen widerwärtige, beleidigende und erniedrigende Äußerungen über Präsident Trump Ihrer Regierung potenziell schaden konnten", erklärte der Diplomat.

Rose betonte zugleich, er habe großen Respekt vor Tusk und dessen Beitrag zu den bilateralen Beziehungen. Über Trump sagte er: "Er ist der größte Freund, den Polen je im Weißen Haus hatte." Er fügte hinzu, er werde "alles zur Verteidigung meines Präsidenten tun, ohne Zögern und ohne Ausnahme, und ich werde mich nicht entschuldigen".

Die Auseinandersetzung folgt auf Äußerungen Czarzastys vom Montag. Der Sejmmarschall hatte erklärt, er werde einen Antrag zur Verleihung des Friedensnobelpreises an Trump nicht unterstützen, weil dieser ihn nicht verdiene. Der Aufbau neuer Formate wie eines Friedensrats sei "illusorisch", während Polen bestehende Organisationen wie die EU und die NATO stärken solle. Trump destabilisiere deren Arbeit, "indem er eine Politik der Stärke vertrete und mit Gewalt eine transaktionale Politik betreibe. Das ist ein Bruch mit Politik der Regeln, der Werte und häufig ein Bruch des Völkerrechts", sagte Czarzasty.

IAR/adn

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