Die Synchronisierung des Stromnetzes der baltischen Länder mit dem kontinentaleuropäischen Netz (CEN) stärkt nach Ansicht von Experten die Sicherheit in Europa. Wie der estnische Ministerpräsident Kristen Michal erklärte, können Tallinn, Vilnius und Riga dank der Synchronisierung sicher sein, dass Moskau die Energieversorgung der baltischen Länder nicht mehr bedrohen wird. „Für uns besteht seit Jahren die Gefahr, dass Russland mit der Netzfrequenz spielen und damit die baltischen Länder destabilisieren will“, erklärte der Regierungschef.
Professor Daniel Boćkowski erklärte im polnischen Radio 24, dass die Synchronisierung der baltischen Länder mit den Netzen Kontinentaleuropas die Aussicht auf eine stabilere Energiezukunft für die gesamte Region biete. „Die Synchronisierung betrifft die Verwaltung des gesamten Energiepotenzials der Länder der Union, die in ein einziges System integriert sind. Es kommt häufig vor, dass ein Land im Notfall Strom an ein anderes überträgt", betonte der Experte für internationale Beziehungen.
Der ehemalige litauische Energieminister Jaroslaw Newrowitsch erklärte, dass niemand von außerhalb der EU mehr Einfluss auf das Übertragungssystem der drei Länder haben werde. - Dies ist als letzter Schritt zur Sicherung der Energieversorgung Litauens und der baltischen Staaten zu werten, unterstrich der Politiker.
Der litauische Übertragungsnetzbetreiber „LitGrid“ teilte am Samstag mit, dass das Stromnetz der baltischen Staaten erfolgreich funktioniere. Derzeit werde ein Test zur Frequenzregelung durchgeführt, um zu prüfen, ob die Netzstabilität auch in Zukunft gesichert sei. Die vollständige Synchronisierung mit den europäischen Netzen wird voraussichtlich am Sonntagnachmittag erfolgen.
IAR/ps