Deutsche Redaktion

Trumps Friedensrat trifft sich erstmals in Washington

19.02.2026 08:46
Der vom US-Präsidenten Donald Trump initiierte Friedensrat kommt am Donnerstag erstmals in Washington zusammen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Organisatoren haben bislang rund 20 Staaten ihre Teilnahme zugesagt; Einladungen gingen an etwa 60 Länder.
Donald Trump
Donald TrumpMANDEL NGAN/AFP/East News

Bei dem Treffen soll über einen Wiederaufbauplan für den Gazastreifen beraten werden. Zudem will Trump Details zu einem Hilfsprogramm im Umfang von fünf Milliarden US-Dollar vorstellen. Die Sitzung soll nach Informationen des Senders CNN in einem Format stattfinden, das an Kabinettssitzungen des Präsidenten erinnert: Jeder anwesende Staats- oder Regierungschef soll demnach rund zwei Minuten sprechen.

Polen wird sich nicht aktiv beteiligen. Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, seine Regierung sehe „unter den gegenwärtigen Umständen und Bedingungen“ keine Möglichkeit zur Teilnahme. Stattdessen reist Marcin Przydacz aus der Präsidialkanzlei als Beobachter nach Washington. Er begründete dies gegenüber der polnischen Nachrichtenagentur PAP mit dem „Wohl der polnisch-amerikanischen und transatlantischen Beziehungen“.

Auf Ebene der Staatsoberhäupter haben unter anderem die Präsidenten von Indonesien, Rumänien, Argentinien, Usbekistan und Kasachstan ihr Kommen angekündigt. Auch Vietnams Parteichef und Präsident Tô Lâm wird erwartet. Mehrere Regierungschefs, darunter aus Pakistan, Ungarn, Ägypten und Armenien, wollen ebenfalls teilnehmen. Die Türkei und Israel haben ihre Präsenz auf Ebene der Außenminister bestätigt.

Wie die Zeitung The Washington Post berichtete, könnte auch Belarus durch seinen Außenminister vertreten sein.

Neben Trump sollen unter anderem Außenminister Marco Rubio, Präsidentenberater Jared Kushner sowie der Sondergesandte Steve Witkoff sprechen. Erwartet wird auch eine Rede des früheren britischen Premierministers Tony Blair, der dem Gremium angehört.

Auffällig ist das Fehlen einer politischen Vertretung Palästinas im Rat. Dies sei einer der Gründe, warum mehrere Staaten eine Teilnahme abgelehnt hätten, hieß es aus diplomatischen Kreisen. Zu den Ländern, die nicht teilnehmen wollen, zählen neben Polen unter anderem Spanien, Österreich, Norwegen und Schweden. Auch traditionelle US-Verbündete wie Frankreich, Deutschland und Großbritannien sind nicht vertreten.

Kanada wurde nach kritischen Äußerungen seines Premierministers beim Weltwirtschaftsforum in Davos nachträglich wieder ausgeladen. China, Indien, Brasilien und Russland bestätigten den Erhalt einer Einladung, haben jedoch bislang keine Entscheidung über eine Teilnahme bekanntgegeben.

Der Friedensrat soll die zweite Phase von Trumps Nahost-Plan überwachen, die eine Demilitarisierung und den Wiederaufbau des Gazastreifens vorsieht. Trump steht dem Gremium vor und ernennt dessen Mitglieder. Nach seinen Angaben könnte der Rat langfristig die Rolle der Vereinten Nationen in der Region übernehmen. Die Finanzierung erfolgt über freiwillige Beiträge; Staaten, die innerhalb des ersten Jahres mindestens eine Milliarde US-Dollar einzahlen, erhalten den Status eines ständigen Mitglieds ohne zeitliche Mandatsbegrenzung.


PAP/jc

 

US-Ex-Botschafter: Polen hat nur Freunde in Washington

03.02.2026 10:04
Polen habe in der amerikanischen Hauptstadt „viele Freunde und keine Feinde“, sagte der frühere US-Botschafter in Polen, Daniel Fried in einem Interview mit der Zeitung „Fakt“. Das Ansehen Polens sei sowohl bei Republikanern aus dem Umfeld von Donald Trump als auch bei den Demokraten sehr gut.

Sikorski äußert sich skeptisch zu Wiederaufbauhilfe für Gaza

05.02.2026 06:43
Außenminister Radosław Sikorski hat Zweifel an einer möglichen finanziellen Beteiligung Polens am Wiederaufbau des Gazastreifens geäußert. „Ich möchte hören, warum der polnische Steuerzahler den Wiederaufbau von Gaza finanzieren soll, den wir schließlich nicht zerstört haben“, sagte Sikorski am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Washington.