Bei dem Treffen soll über einen Wiederaufbauplan für den Gazastreifen beraten werden. Zudem will Trump Details zu einem Hilfsprogramm im Umfang von fünf Milliarden US-Dollar vorstellen. Die Sitzung soll nach Informationen des Senders CNN in einem Format stattfinden, das an Kabinettssitzungen des Präsidenten erinnert: Jeder anwesende Staats- oder Regierungschef soll demnach rund zwei Minuten sprechen.
Polen wird sich nicht aktiv beteiligen. Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, seine Regierung sehe „unter den gegenwärtigen Umständen und Bedingungen“ keine Möglichkeit zur Teilnahme. Stattdessen reist Marcin Przydacz aus der Präsidialkanzlei als Beobachter nach Washington. Er begründete dies gegenüber der polnischen Nachrichtenagentur PAP mit dem „Wohl der polnisch-amerikanischen und transatlantischen Beziehungen“.
Auf Ebene der Staatsoberhäupter haben unter anderem die Präsidenten von Indonesien, Rumänien, Argentinien, Usbekistan und Kasachstan ihr Kommen angekündigt. Auch Vietnams Parteichef und Präsident Tô Lâm wird erwartet. Mehrere Regierungschefs, darunter aus Pakistan, Ungarn, Ägypten und Armenien, wollen ebenfalls teilnehmen. Die Türkei und Israel haben ihre Präsenz auf Ebene der Außenminister bestätigt.
Wie die Zeitung The Washington Post berichtete, könnte auch Belarus durch seinen Außenminister vertreten sein.
Neben Trump sollen unter anderem Außenminister Marco Rubio, Präsidentenberater Jared Kushner sowie der Sondergesandte Steve Witkoff sprechen. Erwartet wird auch eine Rede des früheren britischen Premierministers Tony Blair, der dem Gremium angehört.
Auffällig ist das Fehlen einer politischen Vertretung Palästinas im Rat. Dies sei einer der Gründe, warum mehrere Staaten eine Teilnahme abgelehnt hätten, hieß es aus diplomatischen Kreisen. Zu den Ländern, die nicht teilnehmen wollen, zählen neben Polen unter anderem Spanien, Österreich, Norwegen und Schweden. Auch traditionelle US-Verbündete wie Frankreich, Deutschland und Großbritannien sind nicht vertreten.
Kanada wurde nach kritischen Äußerungen seines Premierministers beim Weltwirtschaftsforum in Davos nachträglich wieder ausgeladen. China, Indien, Brasilien und Russland bestätigten den Erhalt einer Einladung, haben jedoch bislang keine Entscheidung über eine Teilnahme bekanntgegeben.
Der Friedensrat soll die zweite Phase von Trumps Nahost-Plan überwachen, die eine Demilitarisierung und den Wiederaufbau des Gazastreifens vorsieht. Trump steht dem Gremium vor und ernennt dessen Mitglieder. Nach seinen Angaben könnte der Rat langfristig die Rolle der Vereinten Nationen in der Region übernehmen. Die Finanzierung erfolgt über freiwillige Beiträge; Staaten, die innerhalb des ersten Jahres mindestens eine Milliarde US-Dollar einzahlen, erhalten den Status eines ständigen Mitglieds ohne zeitliche Mandatsbegrenzung.
PAP/jc