Deutsche Redaktion

Sikorski ruft Polen zu Vorsicht bei Reisen in den Nahen Osten auf

04.03.2026 06:56
Angesichts der zunehmenden Spannungen im Nahen Osten hat Polens Außenminister die polnischen Staatsbürger zu verantwortungsvollem Verhalten aufgerufen. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Warschau mit seiner rumänischen Amtskollegin Oana Toiu warnte Radosław Sikorski vor der angespannten Sicherheitslage in der Region und betonte, dass der Schutz der polnischen Bürger oberste Priorität habe.
Polish Foreign Minister Radosław Sikorski (right) and his Romanian counterpart Oana Toiu (left) hold a joint news conference in Warsaw on Tuesday, March 3, 2026.
Polish Foreign Minister Radosław Sikorski (right) and his Romanian counterpart Oana Toiu (left) hold a joint news conference in Warsaw on Tuesday, March 3, 2026.Photo: PAP/Radek Pietruszka

Sikorski teilte mit, dass sich derzeit allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten bis zu 14.000 polnische Staatsbürger aufhalten. Vor dem Hintergrund der aktuellen militärischen Eskalation rief der Minister dazu auf, die Empfehlungen der örtlichen Behörden sowie der polnischen diplomatischen Vertretungen strikt zu befolgen.

„Ich appelliere an die Polen, Verantwortung für sich selbst und für ihr Land zu übernehmen“, sagte Sikorski. Zugleich rief er alle Konfliktparteien zu Zurückhaltung, zur Einhaltung des Völkerrechts und zum Schutz der Zivilbevölkerung auf.

Der Minister erklärte zudem, Polen solidarisiere sich mit Staaten der Region, die von der jüngsten Eskalation betroffen seien, obwohl sie ursprünglich nicht direkt an den Kampfhandlungen beteiligt gewesen seien. Dazu zählte er unter anderem Katar, Bahrain, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Jordanien und Oman.

Nach Angaben des Außenministers wurden die Sicherheitsmaßnahmen für polnische diplomatische Vertretungen im Nahen Osten bereits verstärkt.

Sikorski reagierte auch auf Kritik der Opposition, die der Regierung vorwirft, bislang keine sofortige Evakuierungsaktion eingeleitet zu haben. Diese Vorwürfe bezeichnete er als unangemessen.

Der Minister wies darauf hin, dass bereits mehrere hundert Menschen aus Israel, Jordanien und dem Libanon nach Ägypten gebracht worden seien, wo die Flughäfen weiterhin geöffnet seien. In den Regionen, in denen Drohnen- und Raketenangriffe stattfanden, seien die Flughäfen hingegen zeitweise geschlossen gewesen.

„Ich weiß nicht, wie sich einige Politiker eine Landung auf geschlossenen Flughäfen vorstellen“, sagte Sikorski. 

Gleichzeitig betonte er, dass Polen auf mögliche Evakuierungsmaßnahmen vorbereitet sei. „Wir sind bereit für eine Evakuierung. Auch die logistischen Fragen, einschließlich der Vorbereitung von Flugzeugen, werden derzeit vorbereitet“, erklärte der Außenminister.

Eine endgültige Entscheidung über eine Evakuierung sei jedoch noch nicht gefallen. Das Thema werde derzeit im Krisenstab der Regierung beraten. „Eine Evakuierung von Bürgern von einem Flughafen aus, an dem kommerzielle Flüge stattfinden, wäre nicht unbedingt die rationalste Lösung“, sagte Sikorski.


PAP/jc

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