Deutsche Redaktion

Bericht: Telefonat zwischen Netanjahu und Trump soll Angriff auf Iran ausgelöst haben

04.03.2026 06:45
Ein Telefonat zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump soll nach einem Medienbericht den Ausschlag für den Angriff der USA und Israels auf den Iran gegeben haben. Wie das US-Portal Axios unter Berufung auf mehrere vertraute Quellen berichtet, informiert Netanjahu Trump am 23. Februar darüber, dass sich Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei wenige Tage später in Teheran gleichzeitig mit mehreren seiner ranghöchsten Berater treffen werde. Ein gezielter Angriff könne die gesamte Führung mit einem Schlag ausschalten, soll Netanjahu demnach gesagt haben.
Donald Trump und Benjamin Netanyahu
Donald Trump und Benjamin NetanyahuChip Somodevilla/Associated Press/East News

Das Gespräch gilt laut Axios als entscheidender Moment, der letztlich zur militärischen Operation führt. Beobachter sehen darin auch eine Erklärung dafür, warum der Angriff genau zu diesem Zeitpunkt erfolgt. Sowohl Trump als auch Netanjahu wollten demnach eine aus ihrer Sicht einmalige Gelegenheit nutzen, die iranische Führung zu treffen.

Dem Bericht zufolge erwägen die USA und Israel bereits etwa eine Woche zuvor einen Militärschlag gegen den Iran. Die Operation wird jedoch aus operativen und geheimdienstlichen Gründen sowie wegen ungünstiger Wetterbedingungen verschoben.

In den zwei Monaten vor dem Angriff stehen Trump und Netanjahu demnach in engem Kontakt. Die beiden Politiker treffen sich laut den Quellen zweimal persönlich und führen rund 15 Telefonate. Vertreter der Regierungen beider Länder sprechen von einer intensiven Koordination über mehrere Monate hinweg.

Nach dem Telefonat vom 23. Februar weist Trump den US-Auslandsgeheimdienst CIA an, die israelischen Geheimdienstinformationen über das geplante Treffen Chameneis zu überprüfen. Die CIA bestätigt nach Angaben aus Regierungskreisen zunächst die wesentlichen Erkenntnisse. Gleichzeitig nehmen die militärischen Vorbereitungen an Tempo zu.

Trump signalisiert Netanjahu in dieser Phase, dass er weitere Schritte erwägt. Zunächst will der Präsident jedoch seine Rede zur Lage der Nation vor dem US-Kongress halten, die für den folgenden Dienstagabend geplant ist.

Vertreter der US-Regierung erklären zudem, Trump habe bewusst darauf verzichtet, öffentlich einen möglichen Angriff stark zu thematisieren. Dadurch sollte verhindert werden, dass Chamenei gewarnt würde und sich dem Zugriff entziehen könnte.

Bis Donnerstag bestätigt die CIA nach Angaben aus US-Regierungskreisen endgültig, dass sich Chamenei und mehrere hochrangige Berater gleichzeitig an einem Ort in Teheran aufhalten werden. „Alle diese Personen werden zusammen sein, und wir müssen diese Gelegenheit nutzen“, zitiert Axios eine Quelle.

Am selben Tag rufen die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner den Präsidenten aus Genf an. Dort führen sie Gespräche mit Vertretern des Iran. Nach Darstellung der Quellen berichten sie Trump, dass die diplomatischen Bemühungen in einer Sackgasse stecken und eine Einigung nicht in Sicht sei.

Die iranische Seite habe nicht erkennen lassen, zu einem Abkommen bereit zu sein, das für Washington akzeptabel wäre. Daraufhin zeigt sich Trump zunehmend überzeugt, dass ein diplomatischer Ausweg unwahrscheinlich ist.

Am Freitag um 15.38 Uhr Ortszeit an der US-Ostküste erteilt Trump schließlich den endgültigen Befehl für die Operation, berichtet Axios unter Berufung auf Regierungsvertreter.

Rund elf Stunden später beginnen die Luftangriffe auf Teheran. Nach Darstellung des Berichts wird Ajatollah Ali Chamenei dabei getötet. Mit dem Angriff beginnt eine neue militärische Eskalation im Nahen Osten.

Offizielle Stellungnahmen der US-Regierung oder der israelischen Regierung zu den im Bericht geschilderten Abläufen liegen zunächst nicht vor.


BBC/Axios/onet/jc

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