Deutsche Redaktion

Ungarische Opposition gewinnt Wahl – Obama spricht von „Sieg der Demokratie“

13.04.2026 10:12
Der Wahlsieg der Opposition in Ungarn ist nach Einschätzung des früheren US-Präsidenten Barack Obama mit den Parlamentswahlen in Polen im Jahr 2023 vergleichbar. „Der gestrige Sieg der Opposition in Ungarn, ähnlich wie die Wahlen in Polen 2023, ist ein Sieg der Demokratie – nicht nur in Europa, sondern weltweit“, schrieb Obama auf Facebook.
Barack Obama
Barack ObamaThanassis Stavrakis/Associated Press/East News

Die Abstimmung in Ungarn bedeutet eine Niederlage für Ministerpräsident Viktor Orbán, der 16 Jahre lang regiert hatte. Seine Partei Fidesz unterlag der oppositionellen Partei TISZA deutlich. Nach Angaben des Nationalen Wahlbüros (NVI) kommt TISZA auf 138 der 199 Parlamentssitze und verfügt damit über die für Verfassungsänderungen notwendige Mehrheit. Die Fidesz-KDNP-Koalition erhält 55 Mandate. Zudem zieht die rechtsextreme Partei Mi Hazánk mit sechs Sitzen ins Parlament ein.

Obama wertete das Ergebnis als „Beweis für die Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit des ungarischen Volkes“ sowie als Mahnung, sich weiterhin für Gerechtigkeit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit einzusetzen.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump äußerte sich zunächst nicht zu den Wahlergebnissen. Trump hatte Orbán in der Vergangenheit politisch unterstützt. Auch das Weiße Haus reagierte bislang nicht auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.


PAP/jc

Ukrainer in Ungarn im Wahlkampf – zwischen Propaganda und Alltag

09.04.2026 14:59
Im laufenden Wahlkampf in Ungarn ist für die regierende Fidesz-Partei nicht nur Oppositionsführer Péter Magyar der Feind Nummer eins, sondern auch das ihn angeblich unterstützende Kiew. Wie nehmen die in Ugarn lebenden Ukrainer den Wahlkampf wahr?

„Orbáns Ungarn eine existenzielle Bedrohung für die EU"

10.04.2026 13:30
Ungarn unter Orbán stelle eine existenzielle Gefahr für die EU dar. Sollte Viktor Orbán trotz allem nach den Wahlen am Sonntag an der Macht bleiben, müsse ihm das Stimmrecht im EU-Rat entzogen werden – ebenso wie die Möglichkeit, an dessen Sitzungen teilzunehmen. Während der 16-jährigen Regierungzeit von Viktor Orbán habe sich in Ungarn ein oligarchisches System herausgebildet. Geschäftsleute mit direkten Verbindungen zum Umfeld des Premierministers hätten große Vermögen aufgebaut. Präsident Karol Nawrocki hat den Amtseid vom Parlament neu gewählter Richter des Verfassungsgerichts nicht entgegengenommen. Obwohl sich der Präsidentenpalast als Verteidiger der Rechtsstaatlichkeit positioniere, liege die weitere Eskalation des Konflikts im politischen Interesse des Staatsoberhaupts und seines Lagers. Mehr dazu in der Presseschau.