US-Präsident Donald Trump ist am Samstagabend vom Secret Service aus einem Abendessen mit Korrespondenten des Weißen Hauses, bei dem Schüsse fielen, evakuiert worden. Evakuiert wurden auch die Erste Dame Melania Trump sowie Vizepräsident J. D. Vance und weitere Kabinettsmitglieder. Das Geschehen wurde live im Fernsehen übertragen. Der Angreifer hat im Hotelfoyer das Feuer eröffnet und wurde anschließend von Sicherheitskräften festgenommen. Ein Beamter des Secret Service wurde angeschossen.
Polnischer Diplomat: „Solche Dinge wären in Europa nicht vorstellbar“
Der Geschäftsträger der Republik Polen in Washington, Bogdan Klich, berichtete im Gespräch mit dem Sender TVN24, dass zeitweise Schüsse zu hören waren. „Es waren mehrere Schüsse, sie waren sehr nahe. Man konnte den Eindruck haben, sie seien aus der Lobby in den Saal abgegeben worden. Tatsächlich fielen sie jedoch in der Lobby, sodass niemand im Saal getroffen wurde“, sagte Klich.
Die Anwesenden hätten sofort reagiert, fügte er hinzu. „Alle warfen sich zu Boden, einige konnten sich unter den Tischen in Sicherheit bringen“, sagte er. Es handele sich um eine eingeübte Reaktion in einem Land mit breitem Zugang zu Waffen, betonte Klich. Zu den Motiven des Täters sei es noch zu früh. Zugleich bewertete er, „solche Dinge wären in Europa nicht vorstellbar“. „Das übersteigt jede Vorstellung“, unterstrich der Diplomat.
Außenminister Sikorski: Alle sind unverletzt
Wie Polens Außenminister Radosław Sikorski zu den Ereignissen in Washington mitgeteilt hat, sei keiner der polnischen Diplomaten und Journalisten verletzt worden. „Minister Bogdan Klich, unsere Diplomaten sowie polnische Journalisten, die an der Gala der Korrespondenten des Weißen Hauses im Hotel Hilton teilnahmen, wo es zu der Schießerei kam – alle sind unverletzt“, schrieb Polens Chefdiplomat und Vizepremier Radosław Sikorski auf X.
Der 31-jährige Cole Thomas Allen aus Torrance im Bundesstaat Kalifornien – als unabhängiger Wähler registriert – sieht sich nach der Schussabgabe im Foyer des Washington Hilton zwei Bundesanklagen gegenüber. Er war mit einer Schrotflinte, einer Pistole und mehreren Messern bewaffnet. Die US-Bundesstaatsanwältin Jeanine Pirro erklärte, Allen werde unter anderem wegen des Einsatzes einer Schusswaffe bei einem Gewaltverbrechen sowie wegen des Angriffs auf einen Bundesbeamten mit einer gefährlichen Waffe angeklagt.
PAP/ps