Deutsche Redaktion

Schweden beschlagnahmt Schiff der russischen Schattenflotte. Israel nimmt gestohlenes Getreide an

30.04.2026 07:00
Die Staatsanwaltschaft in Stockholm hat die Beschlagnahme des Schiffs „Caffa“ gemeldet. Das Schiff gehört zur russischen Schattenflotte und war im März von schwedischen Behörden in der Ostsee nahe Trelleborg festgesetzt worden. Reeder und Besatzung stehen im Verdacht, am Diebstahl ukrainischen Getreides beteiligt gewesen zu sein. Auch Israel wird aufgefordert, kein gestohlenes Getreide aufzunehmen.
Wie der ffentlich-rechtliche Sender SVT mitgeteilt hat, stehen die Reeder und Besatzung des Massengutfrachter Caffa im Verdacht, am Diebstahl ukrainischen Getreides von der von Russland besetzten Krim beteiligt gewesen zu sein.
Wie der öffentlich-rechtliche Sender SVT mitgeteilt hat, stehen die Reeder und Besatzung des Massengutfrachter „Caffa" im Verdacht, am Diebstahl ukrainischen Getreides von der von Russland besetzten Krim beteiligt gewesen zu sein.photomatz/ Shutterstock

Nach Angaben schwedischer Medien könnte die Ukraine in dieser Sache um Rechtshilfe ersucht haben. Staatsanwalt Håkan Larsson betonte in einer Erklärung, ein schwedisches Gericht werde darüber entscheiden, ob das Schiff im Zusammenhang mit den dort laufenden Ermittlungen an einen anderen Staat übergeben wird. Wie der öffentlich-rechtliche Sender SVT mitgeteilt hat, stehen die Reeder und Besatzung des Massengutfrachter „Caffa" im Verdacht, am Diebstahl ukrainischen Getreides von der von Russland besetzten Krim beteiligt gewesen zu sein.

Das Schiff war am 6. März aus anderen Gründen von der schwedischen Küstenwache in schwedischen Hoheitsgewässern aufgehalten worden. Der Kapitän, ein russischer Staatsbürger, soll eine falsche Flagge gehisst haben und wurde festgenommen. Vergangenen Woche sei er wieder freigelassen worden. Der schwedischen Küstenwache zufolge soll das Schiff zudem in einem schlechten technischen Zustand gewesen sein.

Die 11-köpfige Besatzung der „Caffa“ seien hauptsächlich  Russen gewesen. Das Schiff war vom Hafen Casablanca in Marokko nach Sankt Petersburg unterwegs und hatte keine Ladung an Bord. In der Vergangenheit hatte es wiederholt russische Häfen unter russischer Flagge angelaufen. Die schwedischen Behörden haben in den vergangenen Monaten mehrere Schiffe in ihren Gewässern aufgehalten. Die Besatzungen stehen im Verdacht von Unregelmäßigkeiten in der Dokumentation oder Umweltverschmutzung.

Nimmt Israel gestohlenes Getreide an?
Die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtete am Sonntag das Handelsschiff „Panormitis“, das nach Angaben des Blatts Getreide aus von Russland besetzten Gebieten der Ukraine transportiert, auf eine Genehmigung zum Einlaufen in den Hafen von Haifa warte. Die ukrainischen Behörden betrachten die Ladung als gestohlen und drohen Tel Aviv mit rechtlichen und diplomatischen Konsequenzen auf internationaler Ebene, sollte das Schiff im Hafen im Norden Israels festmachen.

„Haaretz“ nach seien in diesem Jahr bereits vier Getreidelieferungen aus den besetzten Gebieten der Ukraine nach Israel gelangt. Die Praxis der „Legalisierung“ gestohlener Waren sei inakzeptabel. Israel habe die Forderungen Kiews im Zusammenhang mit dem vorherigen Schiff ignoriert, erklärte eine Quelle im ukrainischen Außenministerium. Ein anonymer Gesprächspartner der Nachrichtenagentur Reuters betonte, Kiew verfolge die Route des Schiffs und warne, eine Genehmigung zum Anlegen werde Konsequenzen für die bilateralen Beziehungen zwischen der Ukraine und Israel haben.

RMF24/Kyivpost/ps

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