Deutsche Redaktion

Tusk kündigt neuen Gesetzentwurf zu Krypto an

06.05.2026 06:35
Die Regierung will noch in dieser Woche einen neuen Gesetzentwurf zur Regulierung des Kryptomarktes vorlegen. Ministerpräsident Donald Tusk kündigte in Warschau an, das Vorhaben solle „im Schnellverfahren“ ins Parlament eingebracht werden.
Zondacrypto szkoliła śledczych (zdjęcie ilustracyjne)
Zondacrypto szkoliła śledczych (zdjęcie ilustracyjne)MIROSLAW STELMACH/REPORTER

Nach Angaben Tusks soll der Entwurf weitgehend dem bereits zuvor vorgelegten Gesetz entsprechen. Geplant seien jedoch schärfere Strafen für Personen, die Anleger täuschten oder die Sicherheit des Staates gefährdeten.

Der Regierungschef sprach von einer der größten Affären der vergangenen Jahrzehnte und verwies auf Ermittlungen rund um die Kryptobörse Zondacrypto. Tusk behauptete, hinter der Plattform stünden „russische mafiöse Geldquellen“. Konkrete Belege nannte er zunächst nicht.

Die Regierung drängt seit Monaten auf eine stärkere staatliche Kontrolle des Kryptomarktes. Ziel der geplanten Regelung ist die Umsetzung der europäischen Verordnung MiCA zur Regulierung von Kryptoanlagen. Vorgesehen sind unter anderem erweiterte Aufsichtsbefugnisse für die polnische Finanzaufsicht KNF. Diese könnte öffentliche Angebote von Kryptowährungen stoppen oder den Handel untersagen.

Präsident Karol Nawrocki hatte ein nahezu identisches Gesetz bereits zweimal mit einem Veto blockiert. Er begründete dies mit unverhältnismäßigen und unklaren Regelungen.

Zondacrypto steht seit Tagen im Mittelpunkt von Medienberichten über mögliche Liquiditätsprobleme. Nach Recherchen polnischer Medien sollen die Bitcoin-Reserven der Plattform stark geschrumpft sein. Nutzer berichteten zudem über Schwierigkeiten bei Auszahlungen.

Unternehmenschef Przemysław Kral erklärte zuletzt, die Plattform verfüge weiterhin über erhebliche Bitcoin-Bestände. Der Zugang zu den entsprechenden Wallets liege jedoch nach seinen Angaben bei dem seit 2022 vermissten früheren BitBay-Gründer Sylwester Suszek.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zu den Vorgängen angekündigt.


PAP/jc

Auszahlungsprobleme bei Zondacrypto

07.04.2026 11:05
Bei der polnischen Kryptobörse Zondacrypto verdichten sich die Hinweise auf Schwierigkeiten bei Auszahlungen. Immer mehr Nutzer berichten, dass sie teils über mehrere Tage hinweg keinen Zugriff auf ihre Gelder erhalten. Damit bestätigen sich Recherchen mehrerer Medien, die bereits in der vergangenen Woche über Probleme bei der Plattform berichtet hatten.

Nach Berichten über Probleme: Staatsanwälte befassen sich mit Zondacrypto

08.04.2026 10:38
Auslöser der Debatte sind Medienberichte, wonach die größte polnische Kryptobörse erhebliche Probleme mit der Liquidität haben könnte. Im Raum steht ein Rückgang der Bitcoin-Reserven um 99 Prozent.

Zondacrypto-Chef nach Israel geflohen?

24.04.2026 13:30
Wie Journalisten von Onet ermittelt haben, sei Zondacrypto-Chef Przemysław Kral nach Israel ausgereist. Polens stellvertretende Innenminister sieht geringe Chancen, ihn ins Land zurückzubringen. „Wir haben keine guten Erfahrungen mit der Überstellung von Personen aus Israel“, betonte er. Wegen erheblicher Liquiditätsprobleme der Kryptobörse sind ihre Bitcoin-Reserven um 99 Prozent geschrumpft. In Polen könnten dadurch bis zu 30.000 Personen geschädigt worden sein.