Am 1. April 2025 wäre Wojciech Jerzy Has 100 Jahre alt geworden. Der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Filmdozent prägte die polnische und internationale Filmgeschichte maßgeblich. Der Senat der Republik Polen hat ihm zu Ehren das Jahr 2025 zum Jahr von Wojciech Jerzy Has erklärt.
Has galt als Visionär des Kinos, dessen Werke von einer einzigartigen Ästhetik und von tiefgründiger Symbolik geprägt waren. Obwohl er zur Zeit der polnischen Filmschule arbeitete, ging er stets eigene künstlerische Wege. Sein zentrales Thema war die Reise – nicht nur im physischen, sondern vor allem im existenziellen Sinn.
Internationale Bekanntheit erlangte Has mit Verfilmungen polnischer Literaturklassiker: Das Manuskript von Saragossa, Die Puppe und Das Sanatorium zur Sanduhr gelten als Meilensteine. Letzterer Film wurde 1973 in Cannes mit dem Jurypreis ausgezeichnet.
Filmemacher wie Martin Scorsese, Francis Ford Coppola, Luis Buñuel und Pedro Almodóvar bewunderten Has’ Schaffen. Scorsese und Coppola ließen 2001 das Manuskript von Saragossa digital restaurieren.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Has ein engagierter Pädagoge an der Filmhochschule in Łódź, wo er unter anderem als Dekan und Rektor wirkte. Als Leiter des Studios „Indeks“ förderte er zahlreiche junge Talente.
Wojciech Jerzy Has starb am 3. Oktober 2000 in Łódź. Seit 2003 wird der Wojciech-Jerzy-Has-Preis verliehen – ein bleibendes Vermächtnis eines der größten polnischen Regisseure des 20. Jahrhunderts.
IAR/adn