Hintergrund sind massive russische Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt und die Region Kiew. Nach ukrainischen Angaben wurden dabei mehrere Menschen getötet und zahlreiche Zivilisten verletzt. Zuvor hatte das russische Außenministerium erklärt, die Armee werde gezielte Angriffe auf militärische und industrielle Einrichtungen in Kiew durchführen, und ausländische Diplomaten sowie Zivilisten zum Verlassen der Stadt aufgefordert.
Das polnische Außenministerium bestellte daraufhin den russischen Botschafter in Warschau ein. Sikorski erklärte, dem Diplomaten sei mitgeteilt worden, dass Drohungen gegen eindeutig zivile Ziele wie Regierungsgebäude oder diplomatische Vertretungen „inakzeptabel“ seien. Sollte die polnische Botschaft in Kiew getroffen werden, werde Polen dies als bewusste Entscheidung Russlands betrachten.
Nach Einschätzung des Ministers versucht Russland nicht nur die ukrainische Bevölkerung und Regierung einzuschüchtern, sondern auch ausländische Staatsbürger und diplomatische Vertretungen. Zugleich betonte Sikorski, dass Polen seine diplomatische Präsenz in Kiew weiterhin aufrechterhalte. Er erinnerte daran, dass der damalige polnische Botschafter Bartosz Cichocki auch nach Beginn des russischen Großangriffs 2022 in der ukrainischen Hauptstadt geblieben sei, während viele andere Botschaften ihre Mitarbeiter abzogen.
Auch andere europäische Staaten reagierten auf die russischen Warnungen. Nach Angaben des polnischen Außenministeriums wurde das Vorgehen mit europäischen Partnern abgestimmt. Unter anderem bestellten auch Deutschland und die Europäische Union russische Diplomaten ein. Die EU erklärte zudem, ihre diplomatische Mission in Kiew nicht abzuziehen.
PAP/jc