Die Behörde begründete den Schritt damit, dass die Reliefs „gegen die geltenden Vorschriften zu Kulturerbeobjekten und zur Erinnerung an den Sieg im Großen Vaterländischen Krieg“ verstießen. In der offiziellen russischen Geschichtsdarstellung ist dies die Bezeichnung für den Zweiten Weltkrieg.
Für die Entfernung hatte sich zuvor auch der stellvertretende Vorsitzende des Regionalparlaments, Waleri Kusnezow, eingesetzt. Der Politiker der Kommunistischen Partei bestreitet seit Jahren die Verantwortung der damaligen Sowjetunion für das Massaker von Katyń.
Ähnliche Schritte gab es bereits im Mai im rund 200 Kilometer entfernten Mednoje. Auch dort wurden polnische Reliefs von Denkmälern entfernt, die an Opfer des Massakers erinnern.
Auf dem Friedhof in Katyń liegen 4.421 polnische Offiziere und Staatsbürger begraben, die 1940 vom sowjetischen Geheimdienst NKWD erschossen wurden. Insgesamt fielen der Mordaktion rund 22.000 Polen zum Opfer.
Das polnische Institut des Nationalen Gedenkens (IPN) kritisierte die Entscheidung scharf. Die entfernten Symbole erinnerten an historische Ereignisse und seien nicht gegen Russland gerichtet, betonte das Institut. „Entgegen den Behauptungen der russischen Behörden, dass diese Auszeichnungen ‚russophob‘ seien – sie wurden zur Erinnerung an konkrete Ereignisse und den Heldenmut polnischer Soldaten geschaffen“, erklärte das IPN. Ihre Bedeutung beziehe sich „auf den Kampf um die Unabhängigkeit Polens, nicht auf moderne Vorurteile“.
Zugleich verwies das IPN darauf, dass Polen alle Kriegsfriedhöfe auf seinem Staatsgebiet schütze – unabhängig von Nationalität oder militärischer Zugehörigkeit der dort Bestatteten. Grundlage dafür sei ein Gesetz aus dem Jahr 1933, das eine würdige Pflege der Anlagen vorschreibt.
PAP/jc