Deutsche Redaktion

Premierminister vermutet politisches Motiv hinter Mord an russischem Aktivisten

17.06.2026 13:15
Nach der Ermordung eines russischen Regimekritikers im Osten Polens hat Ministerpräsident Donald Tusk ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen. Vieles deute auf einen Auftragsmord hin, sagte Tusk am Mittwoch in Warschau. Sollten sich Hinweise auf eine Beteiligung russischer Stellen bestätigen, wäre dies „Staatsterrorismus“, erklärte der Regierungschef.
Premier Donald Tusk
Premier Donald TuskRadek Pietruszka/PAP

Das Opfer, der russische Staatsbürger Robert K., der öffentlich unter dem Namen Semjon Skriepezki auftrat und als Kritiker des Kremls galt, war am Montag in der Stadt Biała Podlaska erschossen worden. Nach Angaben der Ermittler feuerte ein bislang unbekannter Täter mehrere Schüsse auf den Mann ab und tötete ihn auf offener Straße.

Tusk betonte, die Sicherheitsbehörden würden alle Spuren verfolgen. Die Ermittlungen seien jedoch schwierig, da es sich möglicherweise um einen professionellen Auftragsmord handele. Zwei zunächst festgenommene belarussische Staatsbürger wurden inzwischen wieder freigelassen. Es gebe keine Beweise für ihre direkte Beteiligung an der Tat.

Nach Angaben des Ministerpräsidenten hatten Polizei und Inlandsgeheimdienst dem späteren Opfer wiederholt Schutz angeboten. Robert K. habe dieses Angebot jedoch aus unbekannten Gründen abgelehnt. Die Ermittlungen zu den Hintergründen des Verbrechens dauern an.


IAR/jc