„Wie du weißt, verbindet die EU und Israel sehr viel. Ich schätze unseren Dialog und unsere Zusammenarbeit und bin offen dafür, sie in einem respektvollen und konstruktiven Geist fortzusetzen“, schrieb Kallas auf der Plattform X an Saar gerichtet.
Zugleich betonte sie, dass Dialog die Grundlage der Diplomatie sei, insbesondere dann, wenn Meinungsverschiedenheiten bestünden. Die Europäische Union strebe weiterhin konstruktive Beziehungen zu Israel an. Unverändert halte die EU jedoch an ihrer Unterstützung für eine Zweistaatenlösung im Nahostkonflikt fest. Diese bleibe der einzige realistische Weg zu einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten, erklärte Kallas. Zudem kritisierte sie den Ausbau israelischer Siedlungen im Westjordanland.
Saar hatte zuvor erklärt, sämtliche Kontakte zu Kallas auszusetzen. Anlass waren Medienberichte, wonach die EU-Chefdiplomatin bei einem Besuch in Mexiko im Mai Israel mit dem Südafrika der Apartheid-Zeit verglichen haben soll. Saar warf Kallas daraufhin eine „obsessive und völlig schamlose“ Haltung gegenüber Israel vor. Die Kontakte würden erst wieder aufgenommen, wenn sie diese Äußerungen zurücknehme.
Die Europäische Kommission stellte sich hinter Kallas. Ein Sprecher erklärte in Brüssel, die EU-Außenbeauftragte habe regelmäßig Gespräche mit Saar geführt und werde sich auch künftig für konstruktive Beziehungen zu Israel einsetzen. Zugleich wies die Kommission Kritik an ihrer Amtsführung zurück und betonte, Kallas erfülle ihren Auftrag als Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik vollumfänglich.
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