Deutsche Redaktion

UNO: Israelisches Militär tötet gezielt palästinensische Kinder

25.06.2026 14:00
Nach Angaben der UNO ist jedes dritte Todesopfer und jede vierte verletzte Person im israelisch-palästinensischen Konflikt ein Kind. Auch jetzt, obwohl seit Oktober theoretisch eine Waffenruhe gelte, werde im Durchschnitt täglich ein Kind getötet. Das geht aus einem Bericht einer im Auftrag der Vereinten Nationen arbeitenden, unabhängigen Kommission hervor.
Der Bericht dokumentiert das Ausma der Gewalt im Gazastreifen, im Westjordanland und in Ostjerusalem von Oktober 2023 bis Ende Mrz dieses Jahres. In ihrem im September verffentlichten vorherigen Bericht kam die Kommission zu dem Schluss, dass israelische Behrden und Sicherheitskrfte Vlkermord begehen.
Der Bericht dokumentiert das Ausmaß der Gewalt im Gazastreifen, im Westjordanland und in Ostjerusalem von Oktober 2023 bis Ende März dieses Jahres. In ihrem im September veröffentlichten vorherigen Bericht kam die Kommission zu dem Schluss, dass israelische Behörden und Sicherheitskräfte Völkermord begehen. PAP/EPA/MOHAMMED SABER

Der Bericht dokumentiert das Ausmaß der Gewalt im Gazastreifen, im Westjordanland und in Ostjerusalem von Oktober 2023 bis Ende März dieses Jahres. In ihrem im September veröffentlichten vorherigen Bericht kam die Kommission zu dem Schluss, dass israelische Behörden und Sicherheitskräfte Völkermord begehen. Nun stellte sie fest, dass drei von vier Kriterien erfüllt seien, die eine Einstufung als Völkermord ermöglichen. Dazu zählen die vollständige oder teilweise Zerstörung der palästinensischen Gemeinschaft, die Tötung von Gruppenangehörigen, die Verursachung schwerer körperlicher und psychischer Schäden sowie die vorsätzliche Schaffung von Lebensbedingungen, die auf ihre vollständige oder teilweise Vernichtung abzielen. Nach Angaben der UNO ist jedes dritte Todesopfer und jede vierte verletzte Person ein Kind. Auch jetzt, obwohl seit Oktober theoretisch eine Waffenruhe gelte, werde im Durchschnitt täglich ein Kind getötet. Kinder seien weiterhin Ziel von Angriffen, unter anderem durch Drohnen. Zudem seien sie Folter und sexueller Gewalt ausgesetzt, insbesondere in Haftanstalten.

„Gelbe Linie“ entscheidet zwischen Leben und Tod

Wie die Autoren des Berichts betonen, gefährde die hohe Zahl von Angriffen auf neonatologische Kliniken, bei denen Neugeborene und Säuglinge zu den Opfern zählen, die reproduktive Zukunft der Palästinenser. Besondere Sorge bereite den Verfassern die von der israelischen Armee festgelegte sogenannte „Gelbe Linie“. Wer sie überschreite, riskiere den Tod. Markiert werde sie durch gelb gestrichene Betonblöcke, die im Abstand von 200 Metern aufgestellt und regelmäßig versetzt werden. Die Grenze sei nach Darstellung des Berichts so unklar, dass insbesondere Kinder sie leicht unbeabsichtigt überschreiten können. Als Beispiel nennt der Bericht zwei Brüder im Alter von neun und zehn Jahren. Sie seien nahe der „Gelben Linie“ erschossen worden, als sie Brennmaterial sammelten. Die israelische Armee habe sie als Bedrohung eingestuft.

Die Autoren des Berichts zitieren unter anderem Ärzte, die anhand der Art der Schussverletzungen ein Muster erkannt haben. Demnach sollen israelische Soldaten ein Spiel geschaffen haben, bei dem sie auf jugendliche Jungen schossen und dabei täglich andere Körperteile als Ziel wählten.

Untersucht wurde auch die Sprache von Politikern und Soldaten. Nach Einschätzung der Kommission habe sie zur Entmenschlichung der Palästinenser, einschließlich palästinensischer Kinder, beigetragen. Dadurch sei ein Klima entstanden, in dem auf Kinder geschossen werden könne, weil sie als Terroristen dargestellt würden.

IAR/PR/ps

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