„Eine sehr traurige Nachricht“, schrieb Trzaskowski in sozialen Medien. „In der Nacht ist Halina Jędrzejewska, 'Sławka', verstorben. Während des Aufstands war sie Sanitäterin. Für ihren Mut wurde sie zweimal mit dem Kreuz der Tapferkeit ausgezeichnet. Sie war Ehrenbürgerin von Warschau.“
Halina Jędrzejewska wurde 1926 in Warschau geboren. Schon als Jugendliche engagierte sie sich im Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Im Warschauer Aufstand 1944 kämpfte sie als Sanitäterin an vorderster Front im Bataillon „Miotła“ der Heimatarmee (Armia Krajowa).
„Ich war Frontsanitäterin, ich ging dahin, wo die Soldaten des Trupps kämpften“, erinnerte sie sich später in einem Interview mit dem Museum des Warschauer Aufstands. Sie nahm an Kämpfen im Stadtteil Wola, in der Altstadt, in Czerniaków und an der Książęca-Straße teil.
Nach der Kapitulation des Aufstands wurde sie nach Deutschland in Kriegsgefangenschaft verschleppt. Nach der Befreiung kam sie über die Niederlande nach Großbritannien und trat dort in die Hilfseinheit der polnischen Luftstreitkräfte ein.
1946 kehrte sie nach Polen zurück und studierte Medizin. Sie spezialisierte sich auf Orthopädie und Unfallchirurgie, wurde promoviert und arbeitete bis zu ihrer Pensionierung 1987 in Warschau.
Jędrzejewska engagierte sich über Jahrzehnte in Veteranenverbänden, unter anderem als Vizepräsidentin des Verbands der Warschauer Aufständischen. Sie setzte sich besonders für soziale und medizinische Belange von Kriegsveteranen ein.
Für ihr Lebenswerk wurde sie mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter das Ritter-, Offiziers- und Kommandeurskreuz des Ordens Polonia Restituta. 2019 wurde sie zur Ehrenbürgerin der Stadt Warschau ernannt.
IAR/jc