Der Leiter des Präsidialbüros für internationale Politik, Marcin Przydacz, erklärte, die Einladungen seien von Ministerpräsident Donald Tusk und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verschickt worden. Da Nawrocki nicht eingeladen worden sei, werde weder er noch ein Vertreter seines Amtes an der Konferenz teilnehmen.
Regierungssprecher Adam Szłapka wies Kritik zurück. Die Nicht-Einladung ergebe sich aus dem Format der Veranstaltung. Zudem habe das Präsidialamt kein Interesse an einer Teilnahme signalisiert.
Auch aus Kiew wurde die Entscheidung verteidigt. Der Berater des ukrainischen Präsidenten, Dmytro Lytvyn, erklärte, es sei nicht Sache der Ukraine, den Staatspräsidenten eines Gastgeberlandes zu einer Veranstaltung im eigenen Land einzuladen. Dies sei eine interne polnische Angelegenheit.
Die Konferenz findet am 25. und 26. Juni in Gdańsk statt und soll internationale Unterstützung für den Wiederaufbau der Ukraine mobilisieren.
Überschattet wird das Treffen von Spannungen zwischen Warschau und Kiew. Ende Mai hatte die Ukraine eine Militäreinheit nach der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) benannt. In Polen gilt die UPA als verantwortlich für die Massaker an Zehntausenden polnischen Zivilisten in Wolhynien und Ostgalizien während des Zweiten Weltkriegs.
Nawrocki reagierte darauf mit dem Entzug des polnischen Ordens vom Weißen Adler für Selenskyj. Der ukrainische Präsident gab die Auszeichnung anschließend zurück. Mehrere frühere ukrainische Politiker und Funktionsträger verzichteten aus Solidarität ebenfalls auf polnische Staatsehrungen.
Przydacz warf ukrainischen Politikern zudem Undankbarkeit gegenüber Polen vor und kritisierte Äußerungen aus Kiew, wonach die Haltung Warschaus russischen Interessen diene. Solche Vorwürfe seien „unverschämt“, sagte er. Nach seinen Angaben sagte die ukrainische Seite außerdem ein geplantes Treffen der beiden Präsidenten in Warschau ab und schlug stattdessen einen späteren Termin vor.
PAP/jc