Deutsche Redaktion

Ex-CIA-Direktor: "Das Eskalationsrisiko ist real und wächst"

08.07.2026 10:53
Die «Washington Post» berichtet von wachsenden Sorgen vor russischen Angriffsszenarien gegen Nato-Ziele. Der Kolumnist David Ignatius schreibt unter Berufung auf anonyme Amtsträger, die USA hätten ihre europäischen Verbündeten seit etwa einem Monat vor einer wachsenden Gefahr gewarnt.
NATO-Banner in der Nhe der Millet-Moschee im Vorfeld des NATO-Gipfels 2026 in Ankara, Trkei, am 6. Juli 2026. Der Gipfel findet vom 7. bis 8. Juli statt und konzentriert sich auf die Strkung der Rstungsproduktion sowie die Sicherung langfristiger Militrhilfe fr die Ukraine. EPAFILIP SINGER Quelle: PAPEPA.
NATO-Banner in der Nähe der Millet-Moschee im Vorfeld des NATO-Gipfels 2026 in Ankara, Türkei, am 6. Juli 2026. Der Gipfel findet vom 7. bis 8. Juli statt und konzentriert sich auf die Stärkung der Rüstungsproduktion sowie die Sicherung langfristiger Militärhilfe für die Ukraine. EPA/FILIP SINGER Quelle: PAP/EPA. EPA/FILIP SINGER

Washington/Ankara – Nach einem Bericht der «Washington Post» sehen westliche Regierungsvertreter Anzeichen dafür, dass Russland mögliche Angriffe auf Ziele in Nato-Staaten aktiv prüft. Der Kolumnist David Ignatius schreibt unter Berufung auf anonyme Amtsträger, die USA hätten ihre europäischen Verbündeten seit etwa einem Monat vor einer wachsenden Gefahr gewarnt.

Vor russischen Provokationen hatte am Wochenende bereits Außenminister Radosław Sikorski gewarnt und die Hoffnung geäußert, dass öffentliche Warnungen Kremlchef Wladimir Putin von einer Eskalation abschrecken. Ignatius betont zugleich, dass Geheimdienstvertreter bislang keine Truppenbewegungen oder andere konkreten Vorbereitungen für eine Operation beobachteten.

Der frühere CIA-Direktor Bill Burns hält das Risiko dennoch für ernst. «Ich würde sagen, dass das Eskalationsrisiko real ist und wächst – vor allem, weil Putin im eigenen Land unter immer größerem Druck steht und auf dem Schlachtfeld verliert», sagte Burns der «Washington Post».

Russland staubt Pläne für Angriffe auf NATO-Ziele ab

Ignatius beschreibt als mögliches Szenario begrenzte russische Schläge gegen Nato-Ziele – in der Annahme, die Vereinigten Staaten würden nicht eingreifen. Einige Analysten bewerteten solche Hinweise laut dem Autor als kremlnahes «Säbelrasseln». Amtsträger sähen jedoch Anzeichen dafür, dass Russland «Pläne für Angriffe auf Nato-Ziele abstaubt und aktiv analysiert».

Als mögliche Brennpunkte nennt der Bericht unter anderem die baltischen Staaten, Belarus und das Gebiet Kaliningrad. Nach Einschätzung zitierter Nato-Vertreter könnte Moskau eine Verlegung von Bündnistruppen in die Nähe der russischen Exklave als Vorwand für einen Angriff nutzen. Ein europäischer Amtsträger sagte laut Ignatius, Estland würde auf das Eindringen einer Einheit des russischen Militärgeheimdienstes mit einem «Gegenangriff» reagieren.

Parallel zum Nato-Gipfel in Ankara verbreiten russische Staatsmedien Narrative über eine angebliche Demütigung des ukrainischen Präsidenten oder über neue Spaltungen unter westlichen Verbündeten. 

Ignatius verweist in seiner Analyse auf die zentrale Rolle von US-Präsident Donald Trump. «Auf dem Nato-Gipfel in Ankara wird die Welt sehen, ob er diese Aufgabe ernst nimmt», schreibt der Autor mit Blick auf die Frage, wer eine weitere Eskalation stoppen könnte.

IAR/PAP/adn

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