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"Polens Städte sind nicht geschützt." Regierung und Opposition streiten über Luftabwehr-Kapazitäten

20.08.2026 11:11
Nach einer TV-Aussage des Vizechefs der Rüstungsagentur streiten Opposition und Regierung über den Schutz seiner Städte vor Luftangriffen. Das Verteidigungsministerium verweist auf ein mobiles, NATO-gestütztes System – die Opposition fordert klare Antworten zu Warschau.
 Patriot   .
Батарея Patriot на боевом дежурстве.Фото: US EUROCOM

Wie gut sind Polens Städte gegen Angriffe aus der Luft geschützt? Nach einer TV-Aussage des Vizechefs der Rüstungsagentur, Brigadegeneral Michał Marciniak, ist ein Streit darüber zwischen Verteidigungsministerium, Militärführung und Opposition entbrannt.

Marciniak sagte bei Polsat News, große polnische Städte seien derzeit nicht von einer ständigen Raketenabwehr umfasst, weil um sie herum keine Abwehrsysteme dauerhaft stationiert seien. Nach seinen Worten hat Polen gegenwärtig nicht genügend Werfer und Raketen, um Städte, kritische Infrastruktur und die Streitkräfte gleichzeitig zu schützen. Die Aussage stammt aus einem TV-Interview und beschreibt eine Einschätzung des Generals zu vorhandenen Fähigkeiten.

Verteidigungsministerium: Fähigkeiten zur Raketenabwehr vorhanden

Das Verteidigungsministerium betont dagegen, Polen verfüge über Fähigkeiten zur Flug- und Raketenabwehr von Städten. Das System sei integriert und nicht darauf angelegt, rund um jede Großstadt dauerhaft Raketenbatterien zu stationieren. Die Elemente würden „entsprechend der aktuellen Lage, der Bewertung der Bedrohungen sowie den Verteidigungsprioritäten des Staates“ eingesetzt. Je nach Art und Niveau einer Bedrohung könnten die Streitkräfte ihre Bereitschaft erhöhen sowie geeignete Mittel aktivieren und verlegen, um bestimmte Objekte und Gebiete zu schützen.

Zu dem System gehören nach Angaben des Ministeriums unter anderem WISŁA/PATRIOT sowie Kräfte und Mittel von Verbündeten. Geschützt werden könnten Städte, wichtige Verwaltungs- und Wirtschaftsobjekte, kritische Infrastruktur und militärische Einheiten. Angaben zu konkreten Standorten, Bereitschaftsgraden oder Einsatzplänen veröffentlicht das Ressort nicht und verweist auf den operativen Charakter solcher Informationen.

Auch der Generalstab erklärte, die polnischen Streitkräfte überwachten den Luftraum rund um die Uhr und seien bereit, auf mögliche Bedrohungen zu reagieren. Die polnische Luftverteidigung sei Teil des NATO-Systems, das Informationsaustausch, Zusammenarbeit der Führungssysteme und die mögliche Nutzung alliierter Fähigkeiten umfasse.

Ex-Verteidigungsminister Błaszczak: Regierung weicht der Warschau-Frage aus

Der frühere Verteidigungsminister Mariusz Błaszczak von der PiS sieht die Lage anders. „Aus den Worten des Generals bei Polsat News geht hervor, dass Warschau derzeit nicht geschützt ist und dass die staatlichen Behörden entscheiden müssen, wo die Verteidigungssysteme stationiert werden“, schrieb er in sozialen Medien. Er warf dem Ministerium vor, nicht direkt auf die Frage nach dem Schutz der Hauptstadt zu antworten.

IAR/adn

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