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Glaubenszeugnis oder religöse Dominanz im öffentlichen Raum: Monumentale Marienfigur in Kujawien-Pommern erhitzt die Gemüter

21.08.2026 12:47
Gestiftet wurde die Figur von Grażyna und Roman Karkosik als „persönliches Dankvotum für die Rückkehr zu Gesundheit und Leben“. Geschaffen hat die Figur der Bildhauer Adam Matejkowski. „In soziologischer Interpretation können wir diese Figur als materielle Reaktion auf die Säkularisierung verstehen“, sagt der Soziologe Marcin Jewdokimow.
Konotopie, 15.08.2026. Feierliche Einweihung des Denkmals der Barmherzigen Muttergottes in Konotopie am 15. dieses Monats, dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Initiator und Stifter des 55 Meter hohen Denkmals ist der Unternehmer Roman Karkosik zusammen mit seiner Frau Grażyna, der Entwurf stammt vom Bildhauer Adam Jakub Matejkowski. (sko)
Konotopie, 15.08.2026. Feierliche Einweihung des Denkmals der Barmherzigen Muttergottes in Konotopie am 15. dieses Monats, dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Initiator und Stifter des 55 Meter hohen Denkmals ist der Unternehmer Roman Karkosik zusammen mit seiner Frau Grażyna, der Entwurf stammt vom Bildhauer Adam Jakub Matejkowski. (sko) PAP/Agnieszka Bielecka

In Konotopie in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern steht seit Mitte August eine 55,6 Meter hohe Figur der Muttergottes der Barmherzigkeit. Das Monument an der Landesstraße 10 zwischen Stettin und Warschau wurde am 15. August von Bischof Krzysztof Wętkowski aus der Diözese Włocławek geweiht. Gestiftet wurde es von Grażyna und Roman Karkosik als „persönliches Dankvotum für die Rückkehr zu Gesundheit und Leben“. Geschaffen hat die Figur der Bildhauer Adam Matejkowski.

Der Soziologe Marcin Jewdokimow, Direktor des Instituts für Statistik der Katholischen Kirche, sieht darin mehr als eine private Stiftung. Der Ort habe eine lange religiöse Vorgeschichte: Seit 1855 gebe es dort eine Marienfigur, 1948 sei eine gemauerte Kapelle entstanden. Die Monumentalfigur sei daher der jüngste Schritt einer längeren Entwicklung.

Nach Jewdokimows Einschätzung ist vor allem die Größe beachtenswert. „In soziologischer Interpretation können wir diese Figur als materielle Reaktion auf die Säkularisierung verstehen“, sagte er. Sie betone den Platz von Religion im öffentlichen Raum, gerade weil dieser Platz in Europa und Polen stärker verhandelt werde. Die Internetdebatte über das Monument verlaufe entsprechend entlang weltanschaulicher Linien: Kritiker sehen darin eine problematische religiöse Dominanz im öffentlichen Raum, Befürworter ein Glaubenszeugnis und einen Akt privater Dankbarkeit.

Als Vergleichspunkte nannte Jewdokimow die Christus-König-Figur in Świebodzin und den Cristo Redentor in Rio de Janeiro. Die Statue könne durch ihre Größe „Medienblasen“ durchbrechen und Menschen zum Nachdenken über Religiosität anregen, die religiösen Inhalten sonst kaum begegneten, so der Soziologe.

PAP/adn

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