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Keine Schonfrist mehr für ausländische Autofahrer in Polen?

24.08.2026 07:38
Fahrer aus Nicht-EU-Staaten konnten Bußgeldern aus polnischen Blitzern bislang häufig entgehen. Besonders viele Verstöße wurden bei Fahrzeugen mit ukrainischen Kennzeichen registriert. Die Regierung will diese Lücke nun schließen. Geplant sind unter anderem ein besserer Datenaustausch mit der Ukraine und neue Regeln für die Durchsetzung von Strafen.
Allein 2025 erfassten Blitzer und Abschnittskontrollen mehr als 77.000 Verste ukrainischer Fahrzeuge. Verhngt wurden jedoch nur rund 2500 Bugelder  unter anderem wegen fehlender Mglichkeiten zur Halterermittlung.
Allein 2025 erfassten Blitzer und Abschnittskontrollen mehr als 77.000 Verstöße ukrainischer Fahrzeuge. Verhängt wurden jedoch nur rund 2500 Bußgelder – unter anderem wegen fehlender Möglichkeiten zur Halterermittlung.Piotr Kamionka/REPORTER

Nach Angaben aus einer parlamentarischen Anfrage registrierten polnische Blitzer im Jahr 2025 mehr als 1,3 Millionen Verkehrsverstöße. Rund 120.000 davon betrafen Fahrzeuge mit Kennzeichen aus Nicht-EU-Staaten. Den größten Anteil machten Fahrzeuge aus der Ukraine mit mehr als 77.200 Verstößen aus. Auf Fahrzeuge aus Belarus entfielen rund 7400 Fälle, aus Russland wurden 218 Verstöße registriert.

Wegen fehlender internationaler Vereinbarungen konnten jedoch nur 3443 Bußgelder verhängt werden. Davon entfielen etwa 2500 auf ukrainische Staatsbürger und 42 auf Bürger von Belarus. Gegen russische Fahrer wurde kein entsprechendes Bußgeld verhängt. Die Erfolgsquote bei der Durchsetzung lag damit bei weniger als drei Prozent, heißt es in der Anfrage.

Die Abgeordneten kritisierten, fehlende Möglichkeiten zur Durchsetzung von Bußgeldern führten zu einer Ungleichbehandlung polnischer Autofahrer und gefährdeten die Verkehrssicherheit. Zudem entgingen dem Staat erhebliche Einnahmen.

Das Infrastrukturministerium verweist auf ein im Dezember 2025 zwischen Polen und der Ukraine geschlossenes Abkommen zur Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Kriminalität. Das Abkommen befindet sich derzeit noch im Ratifizierungsverfahren. Nach Angaben des Staatssekretärs im Infrastrukturministerium, Czesław Mroczek, könnte es künftig auch einen besseren Informationsaustausch bei bestimmten Verkehrsverstößen ermöglichen.

Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen sollen diese Gebühren je nach Verstoß zwischen 1500 und 7500 Złoty (etwa 350 bis 1750 Euro) betragen. Für einen Rotlichtverstoß könnten 3000 Złoty fällig werden, für das Überfahren eines roten Signals an einem Bahnübergang 6000 Złoty.

Außerdem soll eine zentrale Datenbank für ausländische Fahrzeuge entstehen, auf die Polizei und Grenzschutz bei Kontrollen zugreifen können.


IAR/jc

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